Tonträger

Tracklist

1. Cassiopeia
2. The violent things
3. A pacific romance
4. Kiss so hard
5. Girl next door
6. Standinig here
7. Our summer in Illinois
8. Made for TV
9. Don't forget to write
10. Chasing lights
11. Starlight drive
12. Vela to Norma

LAST WINTER

Under The Silver Of Machines

VÖ: 27.07.2007
Label:
Lifeforce Records
Web:
www.lastwinter.com

Last Winter klingt nach Kälte, ein Titel wie “Under The Silver Of Machines” klingt nach Hammer und Amboss, das Cover sieht düster und ungemütlich aus, und auf der Rückseite steht Lifeforce Records – klarer Fall, es können nur brachiale Metal-Hardcore-Hybride auf diesen Tonträger gepresst worden sein. Doch bevor sich der Metalcore-Überdruss erneut in einer Sehnenscheidenentzündung bedingt durch intensives Abwinken äußert, sei erwähnt, dass es nicht derart schlimm ist, was in musikalischer Hinsicht auf diesem Album geboten wird. Nein, es ist sogar noch schlimmer, zumindest für Menschen, die dieses Dutzend Songs blindlings erworben haben. Denn dann kriegen die Freunde der harten Nummern die volle Emo-Breitseite. Lifeforce Records erweitern nämlich ihr Pest-Spektrum um die heißgeliebte Cholera namens Emo.

Da muss man sich doch auf der Stelle fragen, was die armen Jungs von Last Winter denn so falsch machen, dass ihnen der Status einer schweren Durchfallkrankheit zuteil wird? Ganz einfach: Ihre Musik ist zumeist leer wie ein Darm nach einer amtlichen Diarrhö, zu oft gehört wurde bis dato der Emorock, den das Quintett aus Orlando im Laufe der 43 Minuten an den Tag legt. Dabei kommt „Under The Silver Of Machines“ nach einem kurzen und relativ überflüssigen Intro mit „The Violent Things“ durchaus kraftvoll aus den Startlöchern. An dieser Stelle könnte man der Band die selbsternannten Hardcore- und Metalwurzeln sogar in gewisser Weise abnehmen. Selbiges ist bei „Our Summer In Illinois“ und „Made For TV“ der Fall, allerdings gibt letzterer Songtitel – ob gewollt oder nicht – die Marschroute der restlichen Songs vor.

Massentauglichkeit scheint deutlich erwünscht, was von Auftritten im Rahmen von MTV-Teeniegedöns wie „My Super Sweet Sixteen“ und „Laguna Beach“ bestätigt wird. Mit ihrem durchschnittlichen Emorock können Last Winter sicherlich zahlreiche Kiddies akquirieren, Anhänger anspruchsvollerer Musik mit einer hohen Nachhaltigkeit sollten dieses Album jedoch überspringen und sich auf direktem Wege interessanteren Bands wie Saosin oder Fall Out Boy widmen. Mit denen fährt man garantiert zufriedener.

20.01.2008 Jack