Konzertbericht

HARTES BRETT

ATREYU, STILL REMAINS, ENGEL
22.11.2007, Hamburg, Grünspan

An einem eigentlich eher nicht typischen, nicht verregneten Tag im November verschafften uns die Herren von Atreyu aus Orange County, die andere Klimaverhältnisse gewohnt sind, einen Besuch in unserer Hansestadt, um uns ihr neuestes Album „Lead, Sails, Paper, Anchor“ vorzustellen. Ein auf Platte erstmal ungewohntes Werk der Kalifornier, weshalb bestimmt einige Leute sehr gespannt waren, wie sich das Ganze Live anhört.

Atreyu waren aber nicht alleine unterwegs. Mit im Gepäck hatten sie die Schweden „Engel“ und die Hardcoretruppe „Still Remains“ aus Michigan.

Im Span bewegte sich ein sehr einheitliches Publikum, es machte den Anschein, als seien alle nur für Still Remains gekommen. Nun denn, mall abwarten…

Engel spielten aber dann wider meines Erwartens eine gute Show und zog viele Zuschauer gut mit. Trotz ihrer teilweise starken Poplastigkeit, wussten Sie gekonnt ihr Debüt „Absolute Design“ rüberzubringen.

Stimme von Mangan Klavborn, Riffs von Gitarrist Nicals Engelin, Schlagzeuger Mojjo und der Rest der Truppe haben allesamt ein nettes Charisma und kommen sympathisch über die Bühne. Einige Gäste schwangen die Hüften mit, pogten oder betrachteten das ganze etwas neutral.  Es gab sogar einige wenige im Publikum, die die Platte schon zu Hause hatten. Vielleicht sind es ja jetzt sogar mehr geworden.

Still Remains: Es machte den Anschein, als hätten alle nur auf sie gewartet.  Alles wartete gespannt auf die ersten Klänge des Neulingswerkes „The Serpent“.

Mannometer, wenn das mal nicht wirkliches Geshoute war, dann weiss ich auch nicht. Sänger T. J. Miller hatte eine Wahnsinnsausstrahlung und man vermutet hinter diesem Menschen nicht, dass er trotz seiner Moves und Gestiken, eine solche geballte Power mit sich bringt. Die Show war von Anfang an total energiegeladen. Trotz vieler verschiedener Einflüsse aus Melodien, Metal und Hardcore wirkten Songs wie der Überfliegersong“ Stay Captive“ wie auf den Leib geschrieben. Dieser Song hat es in sich, und man merkt, wie sehr die Band hinter ihren Songs steht, verstecken braucht sich hier niemand!

Auch performancetechnisch lieferten T. J. und Co eine gute Leistung ab, also über bangen und springen war wirklich alles dabei.

Kommen wir nun zum Headliner unseres Daseins. Atreyu!

Atreyu

2008 dürfen Sie wahrscheinlich 10-jähriges feiern, denn die erste Demo erschien 1998 unter dem bis heute bekannten Namen „Atreyu“.

Mit dem Openerintro von Queen „Fat Bottomed Girls“ fing alles an. Lustig, gerade hatte man sich an die Klänge gewöhnt, schmetterte auch schon der Smasher „Bleeding Mascara“ durch die Halle…also so ziemlich von Anfang an gleich volle Dröhnung!

Abeeerrr..so liebt und kennt man Atreyu ja eigentlich auch – von ein paar skurrilen Looks in Westernhemd und so, war alles paletti.

Drummer Brandon überzeugt durch erstaunlich Lupenreinen Gesang. Respekt! Erstaunlicherweise kamen die neuen Songs auch richtig gut an. Anfängliche Skepsis war wie weggeblasen. Das gesamte Publikum kannte alle Songs, ob alt ob neu, wie „The Crimson, „Doomsday“ oder „Becoming the Bull“  auswendig und es wurde einheitlich und lautstark mitgesungen. Auf Platte kamen sie bisher nicht so rüber, aber live war es echt Wahnsinn! Die Stimmung kochte so ziemlich von null auf hundert. Auch einige Gitarristenakrobatik, Circle Pit und Stagediving Aktionen waren mit im Programm enthalten, wobei bei letzterem dann doch die Fans aktiv waren und sich den Weg über die Absperrung irgendwie freischaufelten!

Nach dieser Powershow gab es dann nach ein paar Klängen von Madonna dann noch einen alt bewährten Zugabenteil. Dan eröffnet das Ganze mit einem krassen Solo, wozu Alex meinte: „Every time Dan does his solo, an angel gets its wings“ und schon ging es los mit dem Bon Jovi Klassiker „You give love a bad name“, der das Stimmungsbarometer nochmals nach oben katapultierte, sowie auch „Lip Gloss and Black“.

Alle drei Bands haben trotz Debüts und neuen Alben extrem überzeugt, auch wenn man sich an die eine oder andere Neuentwicklung doch noch gewöhnen muss. Für den einen oder anderen vielleicht gar nicht schwer, für den anderen dann eher doch nichts.

BERICHT: Tine

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