Tonträger

Tracklist

1. Sick Of It
2. Names By Numbers
3. Things You Want
4. Embrace Our Downfalls
5. She-Devil
6. Dog Days
7. Last Dreams Lost
8. The Scientist
9. Yesterday's Worst Part
10. Painted Black
11. S.O. S.     
12. Sleep With Open Eyes Tonight
13. End Of Summer
14. In Dreams Our Sorrows Cease 

(Kopie 1)

GREEDY BEES

Makeshift Wings to the Stars

VÖ: 19.10.2007
Label:
808 Records
Web: 
www.greedybees.com

Mit behelfsmäßigen Flügeln zu den Sternen – dieses Vorhaben kennen wir doch! In der griechischen Mythologie taucht ein gewisser Ikarus auf, der mit akribisch konstruierten Flügeln aus seiner Gefangenschaft fliehen kann, der Übermut ihn allerdings zu nahe an die Sonne fliegen lässt, was im Endeffekt mit einer unschönen Bruchlandung endet. Und nun machen sich acht junge Musiker aus dem Saarland auf, mit ähnlichen Mitteln die Sterne zu erreichen? Ein gewagtes Unterfangen…

Nutzte Ikarus einst Wachs und Federn, um seine Flughilfe zu basteln, so bedienen sich die Greedy Bees ebenfalls an der Resterampe. In der Ecke der musikalischen Genres lag leider nichts Großartiges mehr herum, also schnappten sich die Saarländer einfach den Skapunk, den keiner mehr haben wollte. An dieser Stelle sei festgestellt, dass solche Wühlereien schon den einen oder anderen Schatz zum Vorschein gebracht haben. Warum also nicht noch ein Skapunk-Album? Wenn es gut gemacht ist, steht der Reise zu den Sternen nichts im Wege.

Mit offenen Ohren werden „Sick Of It“ – ein Titel, der schon einmal sehr einladend anmutet – und „Names By Numbers“ in Empfang genommen und in die Schublade mit der Aufschrift „Less Than Jake“ einsortiert. Kriterien für diese Kategorisierung sind der hohe Punkrock-Anteil, eine unterstützende Bläser-Sektion, viel Tempo und wenig Langeweile. Ja, richtig, „Makeshift Wings To The Stars“ ist kein Album zum Einschlafen, denn selten geht es so relaxt wie bei „Painted Black“ zu. Der Rockfaktor ist hoch, die Laune ist gut, für Abwechslung wird im Laufe der 14 Songs ebenfalls gesorgt – der Flug kann beginnen.

Bevor nun jedoch der Größenwahn einsetzt, der den kläglichen Absturz mit sich zieht, sei in aller Deutlichkeit bemerkt, dass dieses Album über ungefähr null Prozent Innovativität beziehungsweise Eigenständigkeit verfügt. Überraschungen – ob in positiver oder negativer Hinsicht – sind keineswegs Mangelware, sie sind schlichtweg nicht vorhanden. Vom Wechselspiel zwischen Ska- und Punkrockpassagen über die Bläsereinsätze bis hin zu den absolut ranzigen Verzögerungsminuten vor dem Hidden Track wirkt alles komplett austauschbar. Es kann sich genauso gut um diese oder jene Skapunk-Band aus den Vereinigten Staaten, aus Deutschland oder aus Burkina Faso handeln. Nur Menschen, die sich intensivst mit dem Liedgut beschäftigt haben, werden die Greedy Bees aus einem Sammelsurium an artverwandten Formationen heraushören.

Was hier nach einer klassischen Bauchlandung klingt, wird nur von der deutlich hörbaren Energie der Songs in der Luft gehalten. Dies reicht vielleicht nicht, um bis zu den Sternen zu gelangen, ein Abgang der Marke Ikarus bleibt dem deutschen Achter aber immerhin erspart.

27.12.2007 Jack