Tonträger

Tracklist

1. Abandon, good boy
2. I against
3. Remain in silence
4. The used and the dead
5. Share it or leave it
6. Glassbead game
7. The die song
8. Regain serenity
9. Zombie aesthetics
10. My life in spoken words
11. Overdose narcosis
12. Trial and error. Error. Error.
13. A fulltime tragedy 

THE BLACKOUT ARGUMENT

Decisions

VÖ: 07.09.2007
Label: Lifeforce Records
Web: www.theblackoutargument.com

Das ging aber fix: Vor nicht einmal einem Jahr machten The Blackout Argument mit der EP “Munich Valor” mit Erfolg auf sich aufmerksam, nun legt das Quintett bereits die nächste Veröffentlichung in Form eines Langspielers vor. Das Gute daran ist, dass die Band darauf 13 komplett neue Songs untergebracht hat. Das Schlechte daran ist, dass die Songs die Qualität ihrer Vorgänger leider nur selten aufrecht erhalten können.

The Blackout Argument haben sich nicht auf den Vorschusslorbeeren ausgeruht, sondern sowohl am Stil als auch am Sound gearbeitet. An dieser Stelle duelliert sich die Weisheit, niemals ein siegreiches Team zu verändern, mit der Feststellung, Stillstand sei Rückschritt. Im Zuge von „Decisions“ haben die Münchener eine Entscheidung getroffen, die da lautet, sich weiter zu entwickeln – mit wenig Erfolg. Zwar ist man stilistisch seiner Linie treu geblieben und bietet nach wie vor Klänge im Stile von Killswitch Engage, dennoch fehlen oftmals die wirklich zündenden Ideen, die dieses Album bemerkenswert machen. Dabei ist der Fünfer durchaus bemüht, sich abwechslungsreich zu präsentieren, in dem beispielsweise der Opener „Abandon, Good Guy“ mit Vollgaspassagen überrascht, während „Glassbead Game“ ungewohnt akustisch ausgefallen ist. In Bezug auf letztere Nummer mögen sicher viele nörgeln, dass The Blackout Argument es nicht wagen, auf den mittlerweile standardisierten Akustik-Beitrag zu verzichten, dennoch stellt er eine willkommene Insel in den Metalcore- und Screamo-Fluten dar. Diese gleichen mitnichten einer gewaltigen Sturmflut mit einer brutalen und unberechenbaren Brandung, sondern vielmehr einem kontrollierten Wellengang mittlerer Intensität, soll heißen: Auf „Decisions“ spielt sich vieles im sicheren Midtempo-Bereich ab. Dass unter anderem Ex-Shai Hulud-Frontmann Geert van der Velde sein Organ zur Verfügung stellte, spricht natürlich für die Qualität der Band. Trotzdem gesellen sich hinter die Tatsache, dass sich unter den 13 Songs gleich zwei unbedeutende Interludien („The Die Song“, „My Life In Spoken Words“) befinden, einige Fragezeichen. Auf diese Weise lichtet sich die Trackliste im Einklang mit dem Verdacht, es hier mit einem Album der gehobenen Klasse zu tun zu haben.

Suggeriert der Albumtitel, dass das Leben aus unzähligen Entscheidungen und den entsprechenden Konsequenzen besteht, so muss dieser Feststellung zugestimmt werden, denn auch bezüglich des Erwerbs von „Decisions“ steht man vor der Wahl. Als äußerst hilfreich haben sich dabei stets Empfehlungen oder Abratungen erwiesen, die es an dieser Stelle jedoch in konkreter Form nicht gibt. Dementsprechend bitte nicht blind kaufen, sondern vorher antesten, dies aber gerne.

27.12.2007 Jack