Tonträger

Tracklist

CD1:
1. Snuff: Nick Motown
2. Pet: No Yes No
3. Against Me!: Don't Loose Touch
4. El*Ke: Ihr seid so geil
5. Beatsteaks: Soothe Me
6. Nerf Herder: Welcome To My World
7. The Pushbars: Joey
8. Snuff: Take Me Home (Piss Off)
9. Peter And The Test Tube Babies: September Part 2
10. muff potter: Gefühlsbonzentreffen
11. Orange: Orange
12. Gordonstreet: More Or Less
13. muff potter: Bring Dich Doch Selbst Nach Haus
14. Beatsteaks: Don't Care As Long As You Sing
15. The Members: Offshore Banking Business
16. The Pushbars: Our band
17. Terrorgruppe: Leider Nur Ein Traum
18. Nerf Herder: Sportsman Bar
19. De Heideroosjes: Dan Breekt De Hel Los
20. Shout Out Louds: My Friend And The Ink
21. The Pushbars: Sweet Little Ramona
22. Nerf Herder: Courtney
23. Huntingtons: I Wanna Be A Ramone
24. El*ke: Ramona

CD2:
1. Das Frivole Burgfraeulein: Ramona
2. Der Schulz: Ramona
3. Die Barmherzigen Plateausohlen: Ramona
4. Exit Inside: Ramona Song
5. Hauptsache Es Knallt: Ramona-Song
6. Langwellenreiter: Lass Jetzt Einfach Los
7. Linus De Paoli: Ramona - Don't Just Walk Away
8. Orange But Green: Spending My Time
9. Pink's Not Red: Ramona-Song
10. Poolstar: Ramona - Come With Me
11. Prozak: Ramona

VARIOUS

Videokings

VÖ: 07.09.2007
Label: Steamhammer
Web: www.videokings.de

Flo hat Stress: ein bedrohter Arbeitsplatz, finanzielle Verbindlichkeiten, eine Exfreundin, die anscheinend von ihm schwanger sein soll – es gibt sicher angenehmere Situationen als die, in der sich einer der Protagonisten der deutschen Thrashkomödie „Video Kings“ befindet. Welche Begleitmusik könnte ein derartiges Desaster am vortrefflichsten komplettieren? Wolfgang Petrys schonungsloses Klartext-Liedgut würde sich sehr gut eignen, wer hingegen eher oberflächliche Motivationsphrasen für angebracht erachtet, sollte Mark Medlock wählen. Unter diesen Umständen fällt der Sprung vom Stuhl mit dem Strick um den Hals oder das entspannte Liegen auf nicht stillgelegten Bahngleisen wenig schwer. Aber nicht doch, denn bevor suizidales Gedankengut aufkeimt sei erwähnt, dass dieser Soundtrack einer der besten seiner Zunft ist.

„Video Kings: Die Mucke zum Film“ ist schlicht und ergreifend Punkrock. Hochpolierte Chart-Schnulzen dürfen gerne andere Streifen beschallen, in die Tüte der Regisseure und Autoren Ali Eckert und Daniel Acht kommt nur hochwertige Musik. Die Liste der Bands leistet alleine schon eine Menge Überzeugungsarbeit: Den Startschuss liefern Snuff mit dem großartigen „Nick Motown“, und auch Against Me! holen mit „Don’t Lose Touch“ sogleich das nächste As aus dem Ärmel. Klassischen, fröhlichen Poppunk gibt es von Nerf Herder sogar in dreifacher Ausführung („Welcome To My World“, „Sportsman Bar“ „Courtney“), ebenfalls drei Auftritte haben die schwer Ramones-lastigen The Pushbars mit „Joey“, Our  Band“ und „Sweet Little Ramona“. Einen hörbaren Hauch Hambuger Schule lassen Muff Potter („Gefüglsbonzentreffen“, „Bring Dich Doch Selbst Nach Haus“) aus den Boxen wehen, während die deutschen Newcomer El*Ke raueren Alternativerock anschlagen („Ihr Seid So Geil“, „Ramona“). Bei diesem Treffen der Hochkaräter dürfen die Beatsteaks selbstverständlich nicht fehlen. Die Durchstarter aus den Hauptstadt werden der hohen Messlatte mit „Smooth Me“ vom Album „Living Targets“ und dem Dauerbrenner „I Don’t Care As Long As You Sing“ gerecht. Außerdem sitzen noch Peter And The Test Tube Babies, die Terrorgruppe, De Heideroosjes, The Members, Pet, Orange, die Shout Out Louds und die Huntingtons mit im Boot.

Doch damit nicht genug, denn die Macher des Films haben einen Song-Contest anberaumt, bei dem es darum ging, der begehrten Ramona einen Song zu widmen. Dem Aufruf folgten zahlreiche Nachwuchs-Bands, von denen elf – unter ihnen Exit Inside, Das Frivole Burgfräulein, Pink’s Not Dead und Prozak – diesen Soundtrack bereichern dürfen.

Nicht selten erweckt die Compilation den Eindruck, die Verantwortlichen würden den legendären Ramones Tribut zollen. Das ist ebenso lobenswert wie die Tatsache, dass bei der Zusammenstellung der Beiträge die Klasse der Masse vorgezogen wurde. Dementsprechend sind viele Bands mehrfach vertreten. Warum nicht von einigen Formationen viele gute Songs nehmen, als von vielen Bands lediglich einige gute Songs? Ein wenig trügerisch erscheint die Anzahl der Tracks, denn es sollen 36 sein (plus elf auf dem Zusatz-Silberling), wobei aber sich unter ihnen zwölf Hörproben aus dem Film aufhalten. Bei summa summarum über 100 Minuten bester Unterhaltung fallen diese aber kaum ins Gewicht, und somit bringt „Video Kings“ einen Soundtrack mit sich, an dem sich alle zukünftigen Streifen ein Beispiel nehmen können. Flos Leben ist vielleicht großer Mist, aber die Musik ist erste Sahne!

06.12.2007 Jack