Tonträger

Tracklist

1. Hotel
2. Prototype     
3. Just Another Day     
4. Not an Angel
5. Walker's Ridge
6. Ordinary High
7. I Can't Make You Love Me
8. Andrea
9. Bones
10. Be a Man
11. Sleep with Me
12. Check Out 

CITY SLEEPS

Not An Angel

VÖ: 16.11.2007
Label: Trustkill Records
Web:
www.myspace.com/citysleeps

Wenn es eine passende motorische Reaktion auf das, was City Sleeps mit ihrem neuen „Not An Angel“ zu offerieren haben, gibt, dann besteht sie aus einem Schulterzucken. So viel Potential diese Band auch beinhaltet, so viele Fragen werfen die rund 40 Minuten Liedgut auf. Grundsätzlich stehen alle Zeichen auf Erfolg: Die junge Band aus Atlanta besitzt sowohl Gefühl als auch Energie, zeigt sich in der Lage, einerseits druckvoll zu rocken und andererseits melancholisch zu schmachten, hat mit Trustkill Records ein etabliertes Indie-Label im Rücken und durfte mit Produzent John Feldman zusammenarbeiten, der bis dato seine traditionell glasklare Produktion über Veröffentlichungen von Formationen wie The Used, Goldfinger, Atreyu und Story Of The Year stülpte. Insofern sollten sich doch die Daumen genötigt fühlen, steil nach oben zu zeigen…

Es erscheint jedoch leicht nachvollziehbar, dass ein mit viel Muskelkraft ausgestatteter Arm noch keinen herausragenden Werfer macht, beziehungsweise eine durchaus talentierte Band keineswegs ein Abonnement auf erstklassige Alben besitzt. Und diese – so bitter es klingen mag – stellen andere Bands her. City Sleeps hingegen verstricken sich des Öfteren in unspektakulären Gefilden der emotionalen Rockmusik. Es wäre in Anbetracht der unzähligen artverwandten Veröffentlichungen müßig, über die obligatorischen Bestandteile dieses Genres zu sinnieren. Vielmehr überwiegt die dezente Enttäuschung, dass das Quintett es im Laufe der 13 Songs nur selten schafft, wirklich bemerkenswerte Klänge auf die Beine zu stellen. Natürlich bestätigen auch in diesem Falle Ausnahmen die Regel, immerhin entpuppen sich die punkrockigeren „Ordinary High“ und „Andrea“ als sehr hörens- und merkenswert. So hätte es gerne häufiger der Fall sein dürfen, stattdessen aber garnieren City Sleeps ihre mittelmäßigen Nummern mit einem Intro, einem Instrumental-Outro und schmachtenden Zwischenspielereien („Check Out“).

Somit werden aus den 13 Songs kurzerhand zehn, und der gezeigte Einsatz erhält einen leichten Alibicharakter. Was veranlasst die Combo zu solchen Maßnahmen? Warum geben sich City Sleeps so krampfhaft vielseitig und riskieren damit die Nachhaltigkeit dieses Albums? Warum nutzt der Fünfer nicht die erstklassigen Voraussetzungen? Wer sollte sich für „Not An Angel“ interessieren? Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

06.12.2007 Jack