Tonträger

Tracklist

1. Overture
2. Something wicked Pt. 1
3. Invasion
4. Motivation of man
5. Setian massacre
6. A charge to keep
7. Reflections     
8. Ten thousand strong
9. Execution     
10. Order of the rose     
11. Cataclysm     
12. The clouding
13. Infiltrate and assimilate
14. Retribution through the ages
15. Something wicked Part 2
16. The Domino decree     
17. Framing armageddon
18. When star collide (Born is he)
19. The awakening 

ICED EARTH

Framing Armageddon – Something Wicked Part I

VÖ: 07.09.2007
Label:
Steamhammer
Web: www.icedearth.com

Konzeptalben liegen schwer im Trend, speziell im Lager des Heavy Metals. Ob man es mit einem solchen zu schaffen hat, lässt sich zumeist schon an der Titulierung erkennen, denn hier regiert das Prinzip der Gliederung: Einem Kapitel folgt ein Unterpunkt, der zumeist noch durch einen numerischen Zusatz in die richtige Chronologie gebracht wird. Natürlich muss das gesamte Konstrukt noch möglichst mysteriös oder bedrohlich klingen, schließlich hat es der potentielle Konsument mit einem anständigen Metal-Album zu tun und nicht mit einem schnulzigen Popmusik-Tonträger. Diesen Schverhalt dokumentiert dann auch der schwarze Krieger auf dem Cover, der – auf einem Werwolf reitend – mit Stab und geballter Faust sämtlichen Angsthasen das Fürchten lehrt.

Für diese Art der Vorwarnung muss dem Wesen mit dem flatterigen Gewand reichlich gedankt werden, denn mit seinem Abschreckungsmanöver bewahrt er sicherlich zahlreiche unsichere Fans vor einer mittelschweren Enttäuschung.  Iced Earth, das ist doch eine amtliche Hausnummer! Die Band durchlebte rund eintausend Besetzungswechsel, so beispielsweise den Abgang ihres prägenden Sängers Matt Barlow, der 2003 von Tim Owens ersetzt wurde. Der „Ripper“ musste zuvor bei Judas Priest seinen Platz räumen, nachdem Rob Halford seine ursprüngliche Rolle wieder beanspruchte. Machte nichts, denn bei Iced Earth war ja noch ein Sitz auf dem Werwolf frei.

Mit „Framing Armageddon – Something Wicked Part I“ setzt Bandkopf Jon Schaffer die 1998 durch “Something Wicked This Way Comes” ins Leben gerufene Trilogie um die Invasion des Planeten Erde fort. Ehrlich gesagt hätte er auch etwas über Knackwurst im groben Darm transportieren können, denn was bringt eine akribisch entwickelte Story, wenn die Musik absolut nicht begeistern kann. Wenn einmal musiziert wird – die großzügig anmutenden 19 Songs beinhalten neben einem Intro und einem Outro noch einige Interludien –, dann offenbart sich eine Leistung, die sich nur mit viel Mühe im Mittelmaß zu halten in der Lage ist. Wäre der Großteil der Songs so ausgefallen wie das kräftige „The Domino Decree“, gäbe es nur wenig zu mäkeln. Iced Earth wühlen jedoch zumeist in alten Klamotten, es gelingt dem Quintett nicht einmal, diese angemessen aufzubügeln.

Die Erwartung, dass nach diversen Tourabsagen und umstrittenen Songthemen wie der Kriegsführung der ins Wanken geratene Ruf mit einem herausragenden Album wieder ein festes Fundament erhält, bleibt unerfüllt. Somit geht nochmals ein Dankeschön an den grimmigen Werwolf-Reiter für den Warnhinweis. Als Galionsfigur eines solch zweifelhaften Tonträgers hatte ich auch nichts zu lachen. Außerhalb des Bewertungsrahmens liegen die ständigen Voiceovers. Muss Jon Schaffer wirklich in jedem (diese Rezension wird euch präsentiert von hoersturz.net) Song drei oder vier Mal (diese Rezension wird euch präsentiert von hoersturz.net) die Werbetrommel für „Framing Armageddon – Something Wicked Part I“ (diese Rezension wird euch präsentiert von hoersturz.net) rühren und somit dem Rezensenten den Hörfluss (diese Rezension wird euch präsentiert von hoersturz.net) verderben? Werft diesen Einfall den Werwölfen zum Fraß vor und lasst euch etwas weniger Nervtötendes einfallen!

06.12.2007 Jack