Tonträger

Tracklist

1. Antoinette
2. Xx & Xy
3. Turning Heads
4. Killing ourselves to Feel
5. Islands
6. Nightlife
7. Millions
8. The Heist
9. Moving, not moving forward
10. Smiles & Cries
11. City Lights
12. Tora, Tora, my dear Tora
13. Money like to Party

SICK CITY

Nightlife

VÖ: 16.11.2007
Label:
Trustkill Records
Web:
myspace.com/sickcity

Der Nächste, bitte! Ah, Sick City... Nehmen Sie schon einmal im Abspielgerät Platz, und lassen Sie uns ihren Ausführungen lauschen. So, das neue Werk hört also auf den Titel „Nightlife“. Ach, und es verfügt über 13 Songs, die insgesamt knapp 40 Minuten auf die Uhr bringen. Na, dann lassen Sie sich einmal von mir abhorchen…

Ob es etwas Schlimmes sei? Nein, kein Grund zur Sorge, es ist eine mittlerweile weit verbreitete Krankheit, wenn man sie denn so definieren darf. Sie nennt sich Emorock, und ihre Symptome zeigen sich in Form von größtenteils massentauglichen Pop-Melodien in Kombination mit gelegentlichen Punkrock-Anleihen. Der Gesang präsentiert sich einfühlsam und melancholisch, und zwischenzeitlich lassen sich sogar Synthesizer und Piano ausmachen. Eine solche Diagnose ist keineswegs ein Einzelfall, schließlich gab es in der näheren Vergangenheit einige namhafte Patienten, denen Ähnliches mitgeteilt werden konnte. Die Schweigepflicht einmal außer Acht gelassen: Es waren unter anderem Fall Out Boy, Taking Back Sunday und Thursday, jene Erreger unter das Musikvolk brachten und damit binnen kürzester Zeit nicht nur zahlreiche Konsumenten, sondern auch Musiker infizierten.

Dementsprechend gibt es heutzutage unzählige Bands, die den Emo-Virus mit sich herumschleppen. Ob die Folgen verheerend oder ungefährlich – bisweilen gar Erfolg versprechend – sind, hängt davon ab, wie die Betroffenen mit ihrer Infektion umgehen. Während viele auf gnadenlose Weise den Konsequenzen der uneigenständigen Trittbrettfahrerei Tribut zollen müssen, gibt es tatsächlich eine Handvoll Combos, die mit ihrem Schicksal bestens umgehen können. Und in diese Kategorie, liebe Herren von Sick City, seid ihr einzuordnen.

Gründe dafür sind angenehme Poppunk-Anleihen („The Heist“), herausragende mehrstimmige Gesangspassagen („XX & XY“) und ein vergleichsweise geringes Maß an Weinerlichkeit, auch wenn sich die mit „City Lights“ fast schon obligatorische Piano-Ballade nicht vermeiden ließ. Und was ist gegen Ende des Debütalbums festzustellen? Da haben sich doch tatsächlich einige Screamo-Bakterien eingenistet („Tora, Tora, My Dear Tora“). Solche Anzeichen sollten wir regelmäßig kontrollieren, damit sie nicht grassieren. Aber ansonsten ist alles in Ordnung. Der Patient zeigt sich mit kleinen Einschränkungen hörenstauglich.

03.12.2007 Jack