Tonträger

Tracklist

1. Intro/Glass war
2. You're wrong
3. Franco un-american
4. Scavenger type
5. What's the matter with parentstoday
6. The longest line
7. Happy birthday you're not special
8. Eat the meek
9. Murder the government
10. Monosylabic girl
11. I'm telling Tim
12. See her pee
13. Can't get the stink out
14. Instant crassic
15. I wanna be an alcoholic
16. Fuck the kids
17. Juicehead
18. What now my love
19. Lori Meyers
20. We march to the beat of indefferent drum

NOFX

They'Ve Actually Gotten Worse

VÖ: 16.11.2007
Label:
Fatwreck
Web:
http://www.nofx.com

Die Meister der großspurigen Selbstunterschätzung sind wieder einmal am Werk: Vor einiger Zeit hatten NOFX bereits angedroht, ihr zweites Live-Album nach dem 1995 veröffentlichten „I Heard They Suck Live“ vorzulegen. Beinhalten sollte dieses Dokument der Entertainment-Unzulänglichkeiten jede Menge Palaver mit der einen oder anderen musikalischen Darbietung unter dem Kredo „They’ve Actually Gotten Worse Live“. Schlimmer geht’s nimmer? Man mag schon fast aus Trotz – getreu dem Motto „Wer Wind säht, wird Sturm ernten“ – diese Scheibe rezensorisch in der Luft zerreißen, wenn es denn bloß gerechtfertigt wäre.

Was sich in diesem Fall der Hörerschaft bietet, sind NOFX pur. Die alten Hasen des Punkrocks kümmern sich einen feuchten Kehricht um die klassischen Konventionen eines Live-Albums, sie schaffen kurzerhand ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Regel Nummer eins besagt, keine Songs des Live-Erstlingswerks vertreten sein dürfen, was das Streben nach so genannten Hits sehr erschwert. Es folgt Regel zwei, die beinhaltet, dass NOFX sich einen ausgedehnten Redeanteil zwischen den Songs in der Tat vorbehalten dürfen. Und zu guter Letzt Regel drei: Wer Eintritt für eines ihrer Konzerte bezahlt respektive sich dieses Album zugelegt hat, ist selbst schuld.

Kann man mit dem käuflichen Erwerb dieses Tonträgers eigentlich irgendetwas richtig machen? Durchaus! NOFX waren, sind und bleiben live schlichtweg eine Klasse für sich. Kaum hat das Quartett die Bretter betreten, wird der Trunkenheitszustand als fortgeschritten definiert, was Böses erahnen lässt. Dennoch scheinen die Kalifornier sich unter intensivem Alkoholeinfluss am vortrefflichsten entfalten zu können, was „They’ve Actually Gotten Worse Live“ eindrucksvoll bestätigt. Ursprünglich akustische Nummern wie „You’re Wrong“ und „Scavenger Type“ werden zu flotten Punkrocksongs umfunktioniert, „We March To The Beat Of Indifferent Drum“ präsentiert sich eingangs als relaxte Ska-Version, und auch das schon fast obligatorische Aneinanderreihen kurzen Liedgutes findet auf diesem Album eine Berücksichtigung. Außerdem mit von der Partie sind unter anderem „The Longest Line“ (inklusive Green Day-Leihgabe), „Lori Meyers“, „Green Corn“, Stickin’ In My Eye“, „Franco Un-American“ und „Eat The Meek“. Unter den 24 Songs befinden sich zudem bislang die relativ unbekannten Songs „I, Melvin“ nebst Akkordeon-Begleitung von Matt Hensley (Flogging Molly) und „Whoops I Od’d“.

Einzig enttäuschend stellt sich das Ende der knappen Stunde Live-Spektakel dar, denn nach einer kurzen Unterbrechung spielen NOFX das heiß ersehnte „The Decline“ an, das jedoch nach rund zwei Minuten wieder ausgeblendet wird. Dementsprechend wird man auf halbgare Art und Weise aus diesem wirklich unterhaltsamen Werk entlassen, was die gebotene Leistung ein wenig schmälert. Trotzdem kann „They’ve Actually Gotten Worse Live“ seinen Titel keineswegs rechtfertigen, also schleunigst zulegen, abspielen und großartig finden.

16.11.2007 Jack