Tonträger

Tracklist

1. Call To Arms
2. Everything's Magic
3. Breathe
4. Love Like Rockets
5. Sirens
6. Secret Crowds
7. Star Of Bethlehem
8. True Love
9. Lifeline
10. Jumping Rooftops
11. Rite Of Spring
12. Heaven

ANGELS & AIRWAVES

I-Empire

VÖ: 02.11.2007
Label: Geffen
Web: http://www.angelsandairwaves.com

Man schrieb das Jahr 2005, als ein absolutes Idol der kindgerechten Poppunkunterhaltung namens Tom DeLonge nach dem Bruch mit seinen alten Kollegen Mark Hoppus und Travis Barker brach und via der Formation Angels & Airwaves mit dem Album „We Don’t Need To Whisper“ Neues von sich hören ließ und damit seine Anhängerschaft verblüffte. Vorbei waren die Zeiten, in denen lustige Songs über triviale Themen des alltäglichen Lebens die Runde machten, DeLonge widmete sich fortan einem komplexen Liedgut, das äußerst wenig mit seinen musikalischen Wurzeln gemein hatte.

Der Verdacht, der einstige Blink 182-Co-Frontmann würde seine neue Band auf diktatorische Weise durch ihr Bestehen lenken, erlangte zunehmend Bestätigung. Wenn sich jemand in Bezug auf aktuelle Machenschaften zu Wort meldete, dann war es DeLonge, der sich selten der Tiefstapelei frönte. Vielmehr beschränkte er sich darauf, Außergewöhnliches anzukündigen, und so kommt es auch nur gelegen, dass das Nachfolgewerk des Debüts den Titel „I-Empire“ trägt. Und dass es der Bandkopf mit dem Pathos sehr gerne hält, belegt alleine das Coverartwork, welches immens an die alten StarWars-Kinoplakate erinnert, wobei DeLonges Konterfeit die seiner Kollegen deutlich aussticht. Schnell wird deutlich: Der Mann ist der Chef im Ring.

Als musikalisches Oberhaupt steht er in der Verantwortung, für die angebotenen Songs in der Pflicht zu stehen. Um es auf den Punkt zu nehmen: Im Vergleich zum Erstling hat sich nicht wirklich viel verändert. Angels & Airwaves geben sich nach wie vor strukturell opulent und distanzieren sich von einfachen Gute-Laune-Nummern. Nahezu jeder der zwölf Songs wird von einem ausgiebigen Intro eingeleitet, ehe sich eine bemerkenswerte stilistische Vielfalt von Punkrock bis New Wave dem Hörer offenbart. Während das rapidere „Everything’s Magic“ noch dezent alte Blink 182-Zeiten ins Gedächtnis ruft und „Secret Crowds“ nicht minder druckvoll – inklusive attraktivem Refrain – den Gehör einheizt, liefern Pop-Balladen wie „Breathe“ und „Lifeline“ eine atmosphärische Entspannung im Stile U2s. An diesen Stellen mag die Frage legitim sein, ob Tom DeLonge die Absicht verfolgt, auf Bonos Spuren zu wandeln, indem er sich selbst als charismatischer Frontmann gibt, dessen Musik nach gestenreicher Präsentation verlangt.

„I-Empire“ zeigt sich nichtsdestotrotz zeitlos, denn es verfügt über aufwendig arrangierte und feinfühlige Songs, die dem Mainstream zu gefallen wissen. Dieses Album wird sicher die Herzen vieler Liebhaber der empfindsamen Rockmusik in Sturm erobern, auch wenn Angels & Airwaves es nicht schaffen, ihren Vorgänger zu übertreffen.

01.11.2007 Jack