Tonträger

Tracklist

1. Rx Contender The Pretender
2. Swamp Kittens
3. Cubic Zirkonians Are Forever
4. I Can Do This On An Island
5. Secondhand Surgery
6. Vacation/Add/Vacation!
7. Magnetic North
8. East Of 1989; Nattle Of The Day
9. Bird Flu
10. The Canon
11. Devil's Concubine
12. Head General Hospital
13. Paisley

HOPESFALL

Magnetic North

VÖ: 20.07.2007
Label:
Trustkill Records
Web:
www.hopesfall.com

Müssen die Rezensenten etwa ihre Zungen hüten aus Angst, im Falle negativer Äußerungen von Mike Tyson Dresche zu bekommen. Immerhin gilt der Herr nicht gerade als Freund disziplinierten und gesetzestreuen Verhaltens. Solche Sorgen müssen wir uns glücklicher Weise nicht machen, denn auch wenn der Hopesfall-Bassist auf den Namen Mike Tyson hört, handelt es sich hierbei nicht um den ehemaligen Boxweltmeister mit der stark befleckten Weste. Und auch wenn dem so wäre, hätten wir in Grunde nichts zu befürchten, denn „Magnetic North“ bietet sehr wenig Anlass zu Kritik.

Man mag es Alternative Rock nennen oder vielleicht Emocore, auf jeden Fall ist dieses Machwerk eindeutig als überdurchschnittlich hörenswert zu bezeichnen. Zuerst einmal sei Hopesfall zugute zu halten, dass bei diesem Album das Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Zweifel intakt ist. Während der Trend immer häufiger dahin geht, ein Album mit knapp über zehn Songs zu bestücken, lässt sich der Fünfer nicht lumpen und stattet „Magnetic North“ mit 14 Songs aus, die einen Hörgenuss von fast einer Stunde gewährleisten. Tatsächlich stellt es kein Problem dar, sich den aktuellen Klängen von Hopesfall genüsslich hinzugeben. Bezeichnet Produzent Mike Watts den Vorgänger „A Types“ noch als eine Art Übergangsalbum, so soll die Formation aus North Carolina nun ihre stilistische Entwicklung abgeschlossen haben.

Angekommen ist man bei einer wahnsinnig reifen Musik, die den Gefühlen freien Lauf lässt. Emotionen spielen auf „Magnetic North“ eine große Rolle, allerdings – und dankenswerter Weise – lechzt das Zusammenspiel zerbrechlicher und druckvoller Passagen nicht bedingungslos nach Heavy Rotation. Dafür zeigen sich die Songstrukturen als zu komplex und niveauvoll. Der Großteil des Liedgutes überschreitet die Fünf-Minuten-Grenze und beherbergt zahlreiche Stimmungswechsel zwischen deprimiertem Melancholismus und hoffnungsvollem Positivismus. Einzelne Hits kristallisieren sich nicht wirklich heraus, dafür greifen die Songs einwandfrei ineinander und machen somit das komplette Album zu einem Hit.

Ob nun gefühlvolle Musik für harte Typen oder harte Musik für gefühlvolle Typen – „Magnetic North“ wird sicher viele Hörer in einen Bann ziehen wie es der arktische Magnetpol mit der Kompassnadel praktiziert.

 

06.10.2007 Jack