Tonträger

Tracklist

1. A Constant Reminder
2. A Port In Any Storm
3. The Bacchanal Affair
4. Sacred Heart (Sacre Coeur)
5. Sixth Of June
6. Re-Ignite The Fires
7. Black Bile, White Lies
8. Sirens
9. Through Leaves, Over Bridges
10. On The Road (To Damnation)
11. Turn Loose The Doves

IT DIES TODAY

Sirens

VÖ: 20.07.2007
Label:
Trustkill
Web: www.myspace.com/itdiestoday

Eine einfache Unterrichtseinheit in Trittbrettfahrerei erteilen It Dies Today mit ihrem frischen Album „Sirens“. Dabei ist das von mir soeben gewählte Adjektiv nicht im Sinne von „erfrischend“, sondern ausschließlich als Synonym für „neu“ zu verstehen. Denn mit Frische haben die elf Songs auf diesem Silberling relativ wenig gemein, vielmehr konzentriert sich das Quintett aus Buffalo darauf, Erfolg versprechende Ideen von beispielsweise In Flames, Bullet For My Valentine oder Killswitch Engage zu recyceln.

Ungeniert verknüpfen It Dies Today auf ihren Nachfolger des Debüts „The Caitiff Choir“ Melodien mit kräftigen Wutausbrüchen, und es ist ein Leichtes zu erahnen, welches Genre wohl unter dem Strich steht: der liebe Metalcore natürlich. Von diesem haben wir weiß Gott in der kürzeren Vergangenheit zu genüge gehört und zeigen uns dementsprechend erfreut, wenn sich diese Gattung gesundschrumpfen würde. Leider sabotieren Bands wie eben It Dies Today diesen Prozess, womit den jungen Männern nicht die Berechtigung abgesprochen werden soll, gemeinsam Musik zu machen. Doch muss es ausgerechnet so sehr nach Plagiat duften?

Es muss nicht, denn die Band lässt zwischenzeitlich richtig gute Ansätze erlauschen. Speziell die melodiösen Passagen lassen bisweilen von den Ergüssen Glasseaters schwärmen, die mehr als einmal bewiesen haben, dass sich Harmonie und Druck in der Tat vereinigen lassen. Dies ist in „A Port In Any Storm“ der Fall und deutet sich zudem im Verlaufe des Albums dezent an. Dennoch muss man sich wundern, warum sich It Dies Today immer wieder an Uptempo-Momenten („Black Bile, White Lies“, „Through Leaves, Over Bridges“) versuchen und dabei eine eher schlechte Figur machen? Vielleicht hatte irgendjemand ihnen im Laufe des Songschreibens erzählt, dass sich schnelle Parts hier und dort bei anderen Bands in Grunde sehr gut machen. Tipp angenommen und in die Tat umgesetzt…

Sicher ist „Sirens“ kein schlechtes Album, zumal die Produktion vortrefflich ausgefallen ist. Verantwortlich für den knackigen Sound zeigt sich niemand geringerer als GGGarth, unter anderem bekannt als Klangverbesserer von Rage Against The Machine, Rise Against, Atreyu und From Autumn To Ashes. Nur fehlt fast durch die Bank hinweg ein hörbares Maß an Eigenständigkeit, um der umfangreichen und stetig wachsenden Metalcore-Halde zu entgehen. Denn genau an dieser Stelle werden Genre-Trittbrettfahrer abgesetzt in der Erwartung, dass sie mit ihrem nächsten Album ein eigenes leistungsstarkes Vehikel steuern.

05.10.2007 Jack