Tonträger

Tracklist

1. Sons of avarice
2. Dead and gone
3. Mean streak
4. Love and logic
5. Smile on me
6. Razorblades
7. Old croy road
8. To the sea
9. Or, don't you remember?
10. Speak, oh heart
11. Hurtlin'
12. More like a dream

AMERICAN STEEL

Destroy Their Future

VÖ: 05.10.2007
Label:
Fat Wreck Chords
Web:
www.americansteel.org

Eines muss man dem guten Herrn Burkett lassen: Der Mann, besser bekannt unter dem Pseudonym Fat Mike, hat ein erlesenes Händchen, wenn es darum geht, neue Bands unter Vertrag zu nehmen. Und er bleibt einer gewissen Linie treu, denn während die Kollegen aus dem Hause Epitaph Records dem Punkrock nur noch wenig Beachtung schenken und stattdessen sich lieber den aktuell hippen Genres namens Metalcore und Screamo zuwenden, bleiben die Weichen bei Fat Wreck Chords nach wie vor auf Punkrock gestellt.

American Steel stellen keine Ausnahme dar – eine Band, deren Existenz wahrscheinlich in den letzten Jahren in den Abseiten des Wissensschatzes archiviert wurde. Das Quartett ist nämlich keinesfalls neu im Geschäft, hat man bereits drei Alben auf dem Kerbholz, von denen zwei das Lookout! Records-Logo auf der Rückseite tragen, das vor vielen Jahren unter anderem die Platten von niemand geringerem als Green Day zierte. Darüber hinaus scheint der Fat Wreck-Chef ein echter Fan von Lookout!-Bands zu sein, schließlich angelte er sich in der Vergangenheit unter anderem Formationen wie Avail, Screeching Weasel, Tilt oder Squirtgun für sein Unternehmen. In diesem Sinne ist es fast logisch, dass American Steel eben diesen Weg eingeschlagen haben.

Sechs lange Jahre war es still um die Band, die 2002 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ihr letztes Konzert in der legendären 924 Gilman Street in Berkeley gespielt hat. Nach der überraschenden Reinkarnation wird nun auch ein frisches Album verbucht. „Destroy Their Future“ heißt das neue Werk und besteht aus einem Dutzend lockerer Poppunk-Songs, die an jene Zeit erinnern, in der Musik noch herzlich wenig „emo“ und „core“ war. Als gestandene Band beugt man sich nicht dem musikalischen Trend, weswegen American Steel binnen 35 Minuten auch den klassischen East Bay-Sound wieder zurück in das Gedächtnis rufen. Wer an dieser Stelle vermutet, der Vierer aus Oakland würde lediglich alte Kost aufwärmen, dem sei entgegnet, dass dies mitnichten der Fall ist. Sicherlich ist einiges an den Klängen wahrlich nicht neu, aber die Protagonisten verstehen ihr Handwerk, indem sie lockere, unbeschwerte Nummern abliefern, die für einen schnellen Hörgenuss sorgen. Reibungspunkte und schlechte Laune sollen andere Gruppen zum Ausdruck bringen, auf diesem Album wird durchweg eine positive Stimmung vermittelt, die bisweilen richtig ansteckend sein kann („Mean Streak“, „Old Croy Road“). Dezente Motown- und Folk-Einflüsse gestalten die ganze Sache ebenso abwechslungsreich wie die Variation der Geschwindigkeit. Während „Sons Of Avarice“ und „Love And Logic“ flotterer Natur sind, machen „Razorblades“ und „To The Sea“ einen relaxten Eindruck, mit „Hurtlin’“ ist gar eine reine Akustik-Ballade mit von der Partie.

„Destroy Their Future“ wird nach seiner akustischen Wahrnehmung hundertprozentig keine negativen Folgen auf die Zukunft haben. Ein wahrhaft weiser Entschluss der alten Recken, wieder gemeinsam zu den Instrumenten zu greifen.

05.10.2007 Jack