Tonträger

Tracklist

1. Una y otra vez
2. No bajes tu guardia
3. Minuto de silencio
4. Radio unidad
5. Que noticias
6. Conciencia
7. Ciudad de Nadie
8. Tropesando
9. A donde voy
10. Broken pieces
11. Trecho de parka 
12. Mira hacia enfrente
13. Para los que ya no estan 14. Consecuencias

 

LOS KUNG - FU MONKEYS

Los Kung-Fu Monkeys

VÖ: 07.07.2007
Label:
Übersee Records
Web:
www.myspace.com/loskfm

Sechs Jungs aus dem mexikanischen Sündenpfuhl Tijuana machen Musik. Sicher verfügt die Grenzstadt über zahlreiche sehenswerte Ecken, dennoch überwiegt ihr Ruf als Anlaufstelle für lockere Regeln wie man sie sich jenseits der Grenze in den Vereinigten Staaten oftmals wünscht. Los Kung-Fu Monkeys sind der beste Beweis dafür, dass sich diese Freiheiten durchaus auf die Musik auswirken können, und zwar im positiven Sinne. Als wäre das Produzieren erstklassiger Ska-Punk-Songs eine Leichtigkeit, eröffnen die Mexikaner ihr selbstbetiteltes Album mit „Una Y Orta Vez“ (ja, es wird bis auf wenige Ausnahmen auf Spanisch gesungen). Ein zünftiges Tempo, feine Melodien, gezielte Bläsereinsätze, ein absolut eingängiger Refrain – es scheint so einfach, gute Laune zu verbreiten. Dementsprechend groß ist die Freude auf die folgenden 14 Songs, die leider nicht durch die Bank weg erfüllt wird. Auch wenn das Sextett mit einer für Ska-Punk-Verhältnisse fast außergewöhnlichen Energie zu Werke geht, und sich reichlich Mühe gibt, die Vorzüge von Rancid und den Mad Caddies zu einem gleichermaßen furiosen wie partytauglichen Gemisch zu kombinieren, schaffen es die Kampfsport-Affen nicht, von Anfang bis Ende einen Spitzenlangspieler vorzulegen. Dafür mangelt es der halben Stunde Musik merklich an dem Ohrwurm-Potential des bereits erwähnten Openers.

Dennoch darf aus dieser Kritik nicht resultieren, dass der Daumen konsequent nach unten zeigt, denn eine solche Wertung ist in keinster Weise gerechtfertigt. Tatsächlich schwankt dieser zwischen einer aufgerichteten Position und dem Mittelmaß. Schön, dass Los Kung-Fu Monkeys das Tempo größtenteils hoch halten und nicht hemmungslos bei den Vorreitern des Genres abkupfern. Schön, dass die Lateinamerikaner über ein leidenschaftliches und frisches Songwriting verfügen und keine Scheu davor haben, sich nebenbei von einer Hammond-Orgel unterstützen zu lassen. Nichtsdestotrotz stellt es sich seit dem Ska-Punk-Hype vor einigen Jahren immer noch als äußerst schwierig dar, ein herausragendes Album zu kreieren, das sich binnen kurzer Zeit etablieren kann. Aktuelle und prominente Opfer sind beispielsweise besagte Mad Caddies, die mit ihren letzten Longplayer „Keep It Going“ keine reife Leistung vollbracht haben, oder die Voodoo Glow Skulls, die mit ihren letzen Ergüssen wirklich niemanden mehr begeistern konnten.

Es wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe der Ska-Punk in den Ohren der breiten Masse erneut eine Rolle spielt. Und mit den Kung-Fu Monkeys bekommt man zumindest das Gefühl, dass ein Revival dieses Genres keine reine Träumerei bleibt.

04.10.2007 Jack