Tonträger

Tracklist

1. Here I Stand
2. In Another Life
3. Adalia
4. House Of Cards
5. Now Or Never
6. Pandora
7. Stars
8. River People
9. One Last Kiss
10. Me Vs. The World
11. Morning Sadness
12. True Love

MADINA LAKE

From Them, Through Us, To You

VÖ: 31.08.2007
Label: Roadrunner Records
Web: www.madinalake.com

Was zum Leibhaftigen macht eine band wie Madina Lake auf einem Label wie Roadrunner Records? Dort, wo der Metal in seiner brutalen Form beheimatet ist, schicken sich die vier jungen Männer aus den Vereinigten Staaten an, die Welt mit munteren Poppunk-Songs zu erobern. Ob das wohl gut geht?

Ja, aber in der Tat geht das gut. Dankenswerter Weise frönen Madina Lake sich keineswegs der schnöden Interpretation dieses Genres, wie es teilweise New Found Glroy oder im großen Stil Simple Plan machen. Die Jungs wissen schließlich wie man leidet, immerhin haben die beiden Leone-Brüder – der eine Frontmann, der andere Bassist der Band – vor einiger Zeit bei der Fernsehshow „Fear Factor“ mitgemischt und sich so einigen Malträtierungen ausgesetzt. Eine Abseilung aus dem Hubschrauber, eine schmackhafte Runde geriebenes Rindfleisch, garniert mit ein paar Maden – der televisionäre Auftritt endete mit einer netten Infektion im Krankenhaus und mit 50.000 Dollar mehr auf dem Konto. Gut, dass Madina Lake ihr Leid nicht mit ihren Hörern teilen, um es zu halbieren, im Gegenteil, sie versorgen sie mit etwas, was wir lange nicht zu hören bekommen haben: Poppigen Punkrock mit einer Menge Dampf auf dem Kessel und dem Vermögen, Grenzen zu überschreiten.

„From Them, Through Us, To You“ überzeugt in erster Linie durch eine Menge Druck und eine unglaubliche Produktion. Klar, wer kann schon von sich behaupten, das Debütalbum in die Hände von Mark Trombino (produzierte unter anderem Alben für Blink 182, Jimmy Eat World und Motion City Soundtrack) gelegt zu haben? Eine vortreffliche Wahl, denn der Sound klingt professionell und frisch zugleich. Passend dazu liefert das Quartett Songs, die zwischen sonnigem Upbeat („In Another Life“, „Adalia“, „Me Vs. The World“) und gefühlvollen Balladen („Stars“, „Morning Sadness“) schwanken, aber zu keinem Zeitpunkt umfallen. Insbesondere das starke „Now Or Never“ mit seinem ausgezeichneten Refrain überzeugt auf der ganzen Linie. Zum Schluss gibt es noch ein bisschen durchschnittlichen Screamo, aber diese Ausflüchte in ausgelaugte Gefilde sind im Zuge der zwölf Songs zu verzeihen.

Letztendlich muss ich niemand von diesem Album fürchten, im Gegenteil, man sollte es in den Plattenregalen sogar direkt anvisieren, um ein eindrucksvolles Debüt einer jungen Formation nicht zu verpassen. Bleibt zum Schluss noch ein kleiner Wunsch: Madina Lake, bitte macht so weiter.

07.09.2007 Jack