Tonträger

Tracklist

1. Come On
2. Above The Crawl
3. Switchblades & Urethane
4. Bullet
5. Burning From Inside
6. Do Or Die
7. The Real Deal
8. The Accuser
9. Hole In The Sky
10. Who I Am
11. Roll Tonight

 

REVOLUTION MOTHER

Glory Bound

VÖ: 27.07.2007
Label:
Cement Shoes Records
Web: 
www.revolutionmother.com

Den lieben, langen Tag ständig auf dem Rollbrett unterwegs zu sein scheint entweder nicht auslastend genug oder mit der Zeit einfach nur zu monoton zu sein. Wie sonst erklärt sich die hohe Quote der professionellen Skateboarder, die früher oder später das Sportgerät gegen ein Musikinstrument eintauschen und eine eigene Band auf die Beine stellen. Exemplarisch seien an dieser Stelle Claus Grabke (Alternative Allstars, Thumb), Matt Hensley (Floggin Molly) oder Legende Steve Caballero, der in seiner Karriere so manche Formation ins Leben rief, erwähnt. Und genau dieser Kategorie entspringt auch Mike Vallely, der nunmehr mit Revolution Mother an den Start geht.

Versuchte sich die Sportskanone seinerzeit unter dem Pseudonym Mike V and The Rats noch an hardcorelastigen Tönen, so geht es heute in eine andere Richtung. Anstatt den perfekten Soundtrack zu einigen Runden auf dem Skateboard zu kredenzen, wirbelt das Quartett – neben Valley sind sein alter Weggefährte Jason Hampton und die beiden Twilight Transmission-Musiker Brendan Murphy und Colin Buis im Team – eine Menge Staub auf. Die insgesamt elf Songs lassen die Vermutung zu, Revolution Mother würden sich mit Motörhead eine wilde Verfolgungsjagd liefern, wobei allerdings deutlich festzuhalten ist, dass Lemmy und Konsorten über eine weitaus bessere Motorisierung und einen kompromissloseren Fahrstil verfügen – ergo heißt es für den Vierer ‚Staub schlucken’.

Zu schlucken gibt es für die Hörer von „Glory Bound“ sicher keine bittere Pille, dennoch kann sich dieses Album nicht von einer gewissen Durchschnittlichkeit freisprechen. Zwar lässt sich der Longplayer mit dem flotten Auftakt „Come On“ noch sehr gut an und sichert sich durch einen wohl dosierten Wechsel von schnelleren Rockern wie „Switchblades & Urethane“ oder „The Real Deal“ und gebremsten Dreckschleudern („Bullet“, „Above The Crawl“, „Do Or Die“) auch die Aufmerksamkeit seiner Eigentümer, doch ein richtiges Hitpotential scheint beim Prozess des Songwritings rechtzeitig in Deckung gegangen zu sein.

Und was macht man nun mit einem Album wie „Glory Bound“? Legt man es sich schon aus dem Grund zu, dass Mike Valley ein toller Skater ist und es sich für einen Fan des Rollsports einfach ziemt, dieses Werk sein Eigen zu nennen? Dann spielt die gebotene Musik natürlich keine Rolle. Wenn sie es hingegen tun sollte, sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass ein sportliches Ausnahmetalent nicht automatisch mit musikalischen Top-Leistungen einhergehen. Das wissen wir spätestens seit den stimmgewaltigen Ergüssen von Franz Beckenbauer und Gerd Müller.

24.08.2007 Jack