Tonträger

Tracklist

1. Such a stupid girl
2. Final stab
3. Last call
4. Auto pilot
5. Needle and a valentine
6. Star car
7. Bitter pills
8. End of the line
9. Walking down sunset
10. All inside my head
11. Say what you want
12. Back to Berlin
13. Tidal wave
14. No easy way out
15. Turn the lights out
16. 20th century boy

 

FABULOUS DISASTER

Love at First Fight

VÖ: 29.07.2007
Label:
I Scream Records
Web:
www.fabulous-disaster.com

Die Zeiten sind eindeutig vorüber, in denen das Logo einer Indie-Plattenfirma auf einem Silberling noch als Gütesiegel für ein bestimmtes Genre stand. Konnten vor zehn Jahren Alben unbekannter Bands zumeist noch blind konsumiert werden, gestalten sich die Roster der Labels heutzutage vielschichtiger denn je. Was einst für Victory Records galt, traf lange Zeit auch auf I Scream Records zu: Hier gibt es Hardcore auf die Lauscher, und zwar nicht zu knapp. Ja, früher war noch alles anders.

Seitdem sind einige Jahre in die Lande gegangen und die All-Girl-Band Fabulous Disaster nach einem relativ kurzen Gastspiel auf dem Fat Wreck-Ableger Pink & Black Records bei I Scream Records gelandet. Die neue Heimat nehmen die vier Mädels jedoch nicht zum Anlass ab sofort richtig loszubolzen. Auch auf „Love At First Fight“ bleiben Sally Disaster und ihre Mitstreiterinnen ihrer Linie treu und bescheren uns lockeren Poppunk mit sonnigem Gemüt – typisch kalifornisch eben. Im Stile alter Green Day, Screeching Weasel oder Dickies drehen Fabulous Disaster die Uhr zurück in eine Zeit, in der der Punkrock noch bodenständig, eingängig und positive gestimmt war.

Diese Attribute bringen jedoch mit sich, dass „Love At First Fight“ kein spektakuläres Album geworden ist. Das Damen-Quartett musiziert sehr brav, fast schon harmlos, und auch die Handvoll Uptempo-Nummern wie „Starcar“, „Tidal Wave“, „All Inside My Head“ oder „End Of The Line“ entfacht lediglich ein kleines Feuerchen, aber leider keinen amtlichen Brand. Da hilft es auch wenig, dass sich Fabulous Disaster zum Abschluss der knapp 40 Minuten am T-Rex-Klassiker „20th Century Boy“ vergreifen.

Auch wenn NOFX-Kopf Fat Mike den Vierer als beste weibliche Punkband aller Zeiten bezeichnet muss eindeutig festgehalten werden, dass sie in punkto Raffinesse und Druck ihren männlichen Kollegen hörbar hinterherhinken. „Love At First Fight“ wirkt zwar sofort und erfordert keinen Kampfgeist, um durch die 16 Songs zu kommen, doch um das spontane Liebesgefühl langfristig zu konservieren, bedarf es mehr als ein Standard-Poppunk-Album.

24.08.2007 Jack