Tonträger

Tracklist

AVENGED SEVENFOLD

All Excess (DVD)

VÖ: 20.07.2007
Label: Warner Music
Web: www.avengedsevenfold.com

Gegründet im Jahre 1999 hatten fünf Junge Herren mit düster klingenden Pseudonymen die Courage, flotten Punkrock mit klassischem Melodic Metal zu kombinieren und brachen so zu größtenteils unerforschten Ufern auf. Sollte es wirklich möglich sein, die Geradlinigkeit des modernen Punkrocks mit der Komplexität und Verspieltheit des Heavy Metal auf einen hörenswerten Nenner zu bringen? Es sollte, zumindest, wenn es nach Avenged Sevenfold geht. Nach zwei Alben auf dem Indie-Label Hopeless Records ging es im direkten Fledermaus-Flug zu den großen Warner Bros., wo nach dem imposanten Langspieler „City Of Evil“ an der Zeit war, einen cineastischen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

Fans der jungen Grusel-Rocker aus dem sonnigen Huntington Beach dürfen sich entspannen, denn die Gleichung „aufstrebende Band + Major Label + DVD = halbgares Konsumgut“ findet im Falle von „All Excess“ keine Anwendung. Avenged Sevenfold schnüren vielmehr ein zweieinhalb Stunden andauerndes Paket aus interessanten Anekdoten, hochwertigen Live-Mitschnitten und vernachlässigenswerten Randgeschichten.

Was macht eine Rockband, die mehr als 800.000 Einheiten ihres Major-Debüts unter das Volk bringen konnte, in ihrer Freizeit? Ganz einfach, man lässt sich von Kopf bis Fuß tätowieren, haut sich eine Menge Piercings ins Gesicht und ernährt sich fast ausschließlich von Schnappes. Und man reitet auf der Welle des Erfolges! Belegt wird diese Tatsache durch gemeinsame Auftritte mit niemand geringerem als Metallica in Deutschland, deren kollektives Ramones-Cover auf dieser DVD ebenso verewigt ist wie M. Shadows Einsatz als Ersatz-Frontmann der NuMetaller von Korn.

Die Reise in bewegten Bildern geht aber auch zurück zu den Wurzeln, in die Schulzeit und in die Jahre, als sich die Band noch im Werden befand. Wir lernen nicht nur die Kneipe kennen, in der regelmäßig ein kleiner Umtrunk genossen wurde, sondern zudem der geheime Ort am See, wo seinerzeit heimlich gebechert wurde. Man war eben ein Lausebengel wie jeder andere, allerdings mit einer ausgeprägten Gabe, die jeweiligen Instrumente vorzüglich zu beherrschen. Überzeugungsarbeit leisten die Live-Clips der Songs „Beast And The Harlot“, „Trashed And Scattered“ und „Bat Country“ sowie das eindrucksvolle Gitarrensolo aus den Händen von Synyster Gates. Des Weiteren gibt es noch vier Videoclips – auf Wunsch mit oder ohne zusätzliche Kommentare. Wer es braucht, der kann sich gerne noch die Band betrunken im Hotel oder beim versehentlichen Fallenlassen von Bierflaschen im Supermarkt zu Gemüte führen.

Selbstverständlich werden die Zuschauer von der Band nicht entlassen, bevor die Plattenfirma in den Himmel gelobt wurde. Und damit auch der Nachwuchs etwas von dieser Veröffentlichung hat, liegt die freiwillige Selbstkontrolle bei zwölf Jahren. Vielleicht erklären sich dadurch die zeitweise unkenntlich gemachten T-Shirt-Aufdrucke der Bandmitglieder. Nichtsdestotrotz macht „All Excess“ absolut Sinn und kann in der Tat einen exzessiven Seh-Genuss provozieren.

15.08.2007 Jack