Tonträger

Tracklist

1. Imagine Nation Express
2. El Pinata De La Muerte
3. Jay Walking Backwards
4. Grandfather
5. Alright, I Admit It... It Was A Whore House.
6. Paper Weight Pigs
7. Sleeping With The Fishes, See?
8. Cradle The Crater
9. The Weekly Wars
10. The Try (Thank You)

 

THE NUMBER TWELVE LOOKS LIKE YOU

Mongrel

VÖ: 06.07.2007
Label:
Eyeball Records
Web:
www.itsnumber12time.com

Man entsinne sich an eine Episode, wie sie mit Sicherheit in unzähligen Kindheiten vorkam: Auf der Suche nach einem Hauch Erwachsenheit wagte man sich im Zuge der Pubertät an die ersten Tabakwaren heran. Schließlich habe man gehört, dass Rauchen cool wäre, und wenn man sich nur clever genug versteckt, dann bekommt auch niemand Wind von der strikt untersagten Aktion. Nur leider fühlte man sich ab einem gewissen Zeitpunkt wohl zu sicher, so dass früher oder später ein Elternteil plötzlich am Tatort auftauchte und ein Gesicht machte, das zu einem Großteil aus Augen bestand zudem ernste Symptome einer Paralyse zum Ausdruck brachte. Ein identisches Mimenspiel findet oberhalb meines Halses statt, wenn meine auditiven Sinne The Number Twelve Looks Like You vernehmen.

„Mongrel“ zu hören ist weiß Gott kein Zuckerschlecken, sondern vielmehr eine ausgiebige Lutsch-Partie auf einem Stück Stacheldrahtzaun. Wer die insgesamt zehn Songs hinter sich gebracht hat, sollte sich anschließend einen Johanniskraut-Tee genehmigen, um den Nerven ein wenig zusätzliche Entspannung zu gönnen. Das Sextett aus New Jersey serviert 37 Minuten Stress-Core der frickeligen Sorte. In einigen Sachverständen dürfte dieses Genre auch als Math-Core oder progressiver Noise-Core vorhanden sein, für mich ist dieses Debütwerk der jungen Band schlichtweg die reinste Nervenstest-Strecke. Zwei Sänger keifen sich den Pelz von den Stimmbändern, die Gitarren sind wechselhaft wie die launischste Diva und das Schlagzeug prügelt einen komplexen Rhythmus nach dem anderen aus den Fellen, zu denen unter anderem zwei Doublebass-Drums gehören, die oftmals rattern wie ein Maschinengewehr. Bei dem stilistischen Wahnsinn wirken die ruhigen Momente zu Beginn von „Jay Walking Backwards“ fast wie eine Erlösung, die jedoch relativ zügig wieder in Grund und Boden gestampft wird.

Dieses Album ist eine fiese Überraschung, die sich krampfhaft dagegen wehrt, eingängig zu klingen. Stressfaktor zehn auf der Vertracktheits-Skala ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Diejenigen, die sich diesem höchst anspruchsvollen Massaker gerne aussetzen, werden an „Mongrel“ ihre helle Freude haben, wer allerdings seine Nerven nicht derart beanspruchen möchte, sollte um den Erstlings-Langspieler einen gepflegten Bogen machen.

13.08.2007 Jack