Tonträger

Tracklist

CD I
01. 1983
02. Ram It Up
03. Escape From Society
04. Gott Ist Tot
05. Tod
06. Wodka
07. KKK
08. Administration
09. Liebeslied
10. Ronald Reagan
11. Moorsoldaten
12. Tod Und Zerstörung
13. So Sind Wir
14. Birne Muss Kanzler Bleiben
15. Ziel Deutschland
16. Massenmord
17. Wäh
18. Steinkopf
19. Live At War
20. Linke Sau
21. Perfekter Mensch
22. Sohn Gottes
23. Ungewissheit
24. Zukunftsvisionen
25. Freitod
26. Wir Sind Schon Tot II
27. Leben
28. Geschöpf Ohne Hirn
29. Im Namen Der Forschung
30. Ein Alptraum

CD II
01. Hibakusha
02. Ein Glücklicher Narr
03. Ich Liebe Nur Mich
04. Dein Bester Freund
05. 7 Jahre
06. Ein Tag Im Schatten
07. Des Wahnsinns Fette Beute
08. Es Reicht
09. Das Spiel Der Grossen
10. VVV
11. Die Rache Kommt
12. Gewusst Wie
13. No One Rules
14. Ram It Up II
15. Behind My Back
16. Are They Nothing?
17. After My Death
18. Hate Of Joy
19. Left Alone
20. Like An Undead
21. Not Your Problem
22. People Torture People
23. Possessed By The Devil
24. Stories From The Past
25. Ihr Träumer
26. Tränen Und Blut

INFERNO

Pioneering Work

VÖ: 24.08.2007
Label:
Destiny Records
Web: www.destinyrecords.uk.com

Lange Jahre hält man dem Punkrock und dem Hardcore die Treue, und trotzdem klafft eine immense Bildungslücke im Musik-Sachverstand. Man geht davon aus, wissenstechnisch eine Menge auf dem Kasten zu haben, rühmt sich mit Kenntnissen über Bands wie Minor Threat und Discharge und geht davon aus, dass in deutschen Landen in den 80er Jahren so rein gar nichts am Start war. Und dann legt Destiny Records ein dickes Paket von einer Band namens Inferno vor und belehrt uns somit eines besseren.

Der Name ist beziehungsweise war bei dieser Band, die seit 1992 inaktiv ist und bei der bis 1987 niemand geringerer als Ex-Terrorgruppe-Frontmann Archi Alert den Sechssaiter bearbeitet hat, durchaus Programm. Kompromisse dürfen andere Formationen gerne machen, Inferno hingegen waren dafür bekannt, ein beeindruckendes Feuerwerk an kurzen und furiosen Hardcore-Punk-Raketen abzuliefern – und das in 56-facher Ausführung, denn „Pioneering Work“ kompiliert das gesamte Schaffen des deutschen Genre-Vorreiters der 80er.

Eine offizielle Würdigung dieses Schaffens schien Inferno dennoch verwehrt geblieben zu sein, obgleich unter anderem Anthrax-Glatzkopf Scott Ian die süddeutschen Krawallmacher als härteste und brutalste Hardcore-Band und maßgeblichen Einflussfaktor bezeichnet. Das lässt sich natürlich heute noch nachholen, denn was Inferno ihrerzeit abgeliefert haben, entbehrt jedem Zweifel. Mit Wut im Unterleib und einer irren Geschwindigkeit werden Songs vorgelegt, die äußerst selten die Zwei-Minuten-Grenze überschreiten. Rühmen sich zahlreiche Artgenossen mit einem durchgetretenen Gaspedal, so ließen sich Inferno davon wenig beeindrucken und brennen das Gefährt kurzerhand einfach ab wie es vergleichsweise einst die Straight Edge-Recken von Insted taten.

Angesichts des hohen Alters der Musik lässt sich eine eher unterdurchschnittliche Soundqualität nicht abstreiten, aber diese verlangt auch niemand. Wer polieren möchte, kann das heute machen, Inferno haben sich vor rund 20 Jahren lieber mit dem Sprengsatz begnügt und sind damit sehr gut gefahren. „Pioneering Work“ ist ein absolut besitzenswertes Stück deutscher Musikgeschichte.

13.08.2007 Jack