Tonträger

Tracklist

1. Declarations On A Grave
2. Guilt
3. Angel Strike Man
4. Three Hundred Liars
5. Resurrect To Destroy
6. Martyr Complex
7. The Sad Truth
8. My Redemption Song
9. Bibles + Guns = The American Dream?
10. (Il)Logical End
11. We Walk Through Walls
12. Our Kind
13. Repeat

108

A New Beat from a Dead Heart

VÖ: 27.07.2007
Label: Deathwish Records
Web: http://www.weare108.com/

Bei der Zahlenkombination 108 müsste es in den Ohren zahlreicher Hardcore-Fans klingeln: Es handelt sich hierbei um jene Band, die dem Genre in den 90er Jahren ein frisches Leben eingehaucht hat. Frühzeitig löste man sich von eingefahrenen Strukturen und verlieh dem Hardcore einen stilistisch hohen Anspruch. Einfache Vollgas-Knüppel, Standard-Crew-Shouts und Unity-Propaganda wurden in die Abseite verbannt und durch ein vielseitiges Songwriting ersetzt. Und gerade im Zuge des Metalcore-Hypes erscheint „A New Beat From A Dead Heart“ als eine herzlich willkommene Abwechslung.

Über zehn Jahre ließen sich 108 nicht mehr im Studio blicken, um ein reguläres Studioalbum einzuspielen, doch zu Beginn des Jahres hat das Quartett Converge-Mann Kurt Ballou angeheuert, um der frisch entfachten Kreativität den rechten Glanz zu verleihen. Dass sie sich dabei genau für den Richtigen entschieden haben, zeigen die 13 neuen Songs. Im Stile von Converge üben sich 108 im Produzieren gewagter Arrangements, die auf der einen Seite schwer zum Nachdenken anregen, andererseits allerdings keine Kompromisse in Sachen Abgeh-Faktor anstellen. Schon der kurze Zerstörer „Declarations On A Grave“ zu Beginn lässt jeden Hörer deutlich erahnen, was im Laufe der rund 34 Minuten Musik auf ihn zukommt: Wer den klassischen Hardcore bevorzugt, sollte den Silberling wechseln, denn auf „A New Beat From A Dead Heart“ regiert das kontrollierte Chaos. Mit einer immensen Vertracktheit, einem depressiven Gemüt und verzweifelten Wutausbrüchen wird dem Maistream der harten Bretter der Kampf angesagt, ohne jedoch an Hörbarkeit und Zugänglichkeit einzubüßen.

Der reinkarnierte Herzrhythmus zeigt sich ohne Zweifel in der Lage, seine Geschwindigkeit zu variieren. So triebt das furiose „My Redemption Song“ kurz- und schmerzlos dem Puls nach oben, während „We Walk Through Walls“ schon fast eine bedrohliche Entspannung liefert. 108 pflanzen uns mit diesem Album einen lang ersehnten Schrittmacher ein, der trotz aller Komplexität nie den Grad der Überforderung erreicht.

27.07.2007 Jack