Tonträger

Tracklist

1. Introduction
2. Your Time To Shine
3. The Heist
4. Reasons We Sleep
5. Made Of Gold
6. Our Lives In Slow Motion
7. Cadence And Cascade
8. Cowboys And Indians
9. We Are Your Own
10. Life Like Movies
11. Walk The Plank
12. Tonight ... We Dance!
13. The Artist

DRIVER SIDE IMPACT

The Very Air We Breathe

VÖ: 22.06.2007
Label:
Victory Records
Web: http://www.myspace.com/driversideimpact

Wäre Victory Records eine Fußball-Bundesligamannschaft, dann müsste das Label am ehesten mit der Mönchengladbacher Borussia zu Zeiten eines Trainers namens Dick Advocaat verglichen werden. Der Kerl holte binnen kürzester Zeit so ziemlich alles in den Kader, was irgendwie in Fußballschuhe hineinpasste, und so vergeht auch kaum ein Monat ohne neues Signing des einstigen Hardcore-Lieferanten. Doch die Zeiten haben sich mittlerweile geändert: Victory Records haben sich in den vergangenen Jahren zu einem vielschichtigen Großunternehmen entwickelt und frönen sich aktuell auch leichterer Kost vom Plattenteller.

Auf diesem dürfen auch Driver Side Impact ihre Position einnehmen, die mit ihrem Debütalbum „The Very Air We Breathe“ keinem Zuhörer ernsthaft zu Leibe rücken. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn das Sextett aus Cleveland zumindest ein wenig die Muskeln spielen lassen würde oder – fußballerisch gesprochen – ab und an einmal den Vollspann einsetzen würde, doch die jungen Männer beschränken sich leider fast ausschließlich auf brave Klänge mit ganz viel Gefühl. Der Volksmund fasst diese Attribute nicht erst seit gestern unter dem Begriff „Emo“ zusammen, auch wenn Driver Side Impact zugegebener Maßen hörbar kraftvoller und progressiver an die Sache gehen. Entspricht der Gesang noch aufgrund seiner Zerbrechlichkeit dem typischen Emo-Klischee, so versuchen teilweise druckvolle Gitarren und schwungvolle Drums („Made Of Gold“, „Walk The Plank“, „The Artist“), die Befürchtungen zu entkräften, man habe es hier mit einer klassischen Durchschnitts-Combo zu tun, die möglichst hohe Absatzzahlen über die eigene Identität stellt. Für eine zusätzliche Abgrenzung soll ein oftmals präsentes Keyboard sorgen, das bisweilen einen Hauch von Elektropop anmuten lässt.

Ja, und nun kommt die entscheidende Frage: Benötigt man wirklich ein solches Album in seinem privaten Fundus? Angesichts des deutlichen Übergewichts absolut durchschnittlicher Songs kann „The Very Ait We Breathe“ lediglich bedingt überzeugen und darf dementsprechend gerne Platz machen für Platten, die es wirklich drauf haben, dem Hörer den Atem zu rauben.

20.07.2007 Jack