Tonträger

Tracklist

1. I can but I won't
2. All I want is to poke your eyes out
3. Baby baby baby
4. Carry me home
5. Talk about the living dead
6. Follow me darkness
7. Bloodshed
8. We are bleeding
9. Here comes the zombies
10. Love them young
11. Angel without wings
12. Burning
13. So lonely I could die
14. Sleep with the dead

The Spookshow

Psychosexual Chapter 2

VÖ: 08.06.2007
Label: Wolverine Records
Web: http://www.thespookshow.net/

Spätestens seit dem Erfolg von AFI ist mit dem morbide gestimmten Punkrock stark zu rechnen. Sicher sind die Misfits weitaus länger in dieser musikalischen Nische beheimatet und selbstverständlich auch erfolgreich, doch machten in den letzten Jahren eher von den alten Recken beeinflusste Bands die Trendfarbe Schwarz und kräftig geschminkte Visagen so richtig salonfähig. Und so ist es nur verständlich, dass man als zeitgemäße Plattenfirma einen Fuß in dieser Tür haben möchte. Wolverine haben sich für The Spookshow aus Schweden entschieden und bleiben damit ihrer Linie treu, es scheinbar kategorisch zu vermeiden, ihr Logo auf ein echtes Hit-Album zu drucken.

Es reicht eben nicht, ein Album möglichst mysteriös zu titulieren, das Artwork mit Grabsteinen zu versehen und als Musiker auszusehen, als hätte man die letzten Wochen in den Katakomben einer Brauerei verbracht – im Vordergrund steht nun einmal die dargebotene Musik, und die möchte gut sein. Davon ist „Psychosexual Chapter 2“ ehrlich gesagt ein ganzes Stück weit entfernt, denn die halbe Stunde Musik regt eher zum Schaudern an als zum Abfeiern. Wenn man von Stärken sprechen kann, dann liegen diese in den schnellen Songs wie „All I Want Is To Poke Your Eyes Out“ oder „Talk About The Living Dead“, geht es jedoch langsamer zur Sache, dann kratzt das Quintett gelegentlich an einem auditiven Trauerspiel. Songs wie „Baby Baby Baby“ und „Here Comes The Zombies“ laden eher zu einem Horrorpunk-Standardtanz ein als zu einem druckvollen und packenden Dunkelrockfest.

An der Spitze der Spookshow steht eine Dame namens Miss Behave, deren unflätiges Benehmen sich darin äußert, dass sie laut Bandinfo mit ihrer „unglaublich sexy Stimme evil Lyrics“ zum Besten gebe. Gut, textlich beschränkt sich die Boshaftigkeit beispielsweise auf den Wunsch, jemandem die Augen auszustechen oder sich verstümmeln zu lassen – und das auf direktem Wege, immerhin bleibt bei Songtexten, die aus vier bis maximal zehn Zeilen bestehen, wenig Platz für eine raffinierte Lyrik oder Tiefsinnigkeit. Und selbst wenn der Gesang Züge von Sex-Appeal offenbaren sollte, so wird er vom teilweise gespenstisch anmutenden Background-Gesang ausgelöscht. Oohs und Aahs sind ja an sich eine feine Sache, wenn sie wohl dosiert und an den richtigen Stellen angebracht werden, im Falle von „Psychosexual Chapter 2“ wird man von ihrer Aufdringlichkeit jedoch erschlagen.

Wolverine Records haben sich mit dem zweiten psychosexuellen Kapitel eine Geisterbahn zugelegt, aus der man mit einem Kopfschütteln herauskommt. Ergo überlegt man es sich im Anschluss immer mindestens zweimal, ob man sich einen weiteren Durchgang antun sollte.

25.06.2007 Jack