Tonträger

Tracklist

1. Get Your Head Straight
2. Swift and Unforgiving
3. Push and Pull
4. Up with Me
5. Heirs of Error
6. Let Me Be Your Swear Word
7. Hey, Thanks
8. Fall for the Drinker
9. Apartment 4
10. Reason Ain't Our Long Suit
11. It Won't Be Long

Boys Night Out

Boys Night Out

VÖ: 29.06.2007
Label: Ferret Music
Web: http://www.boysnightout.com/

Für wen macht eine Band Musik? Im Falle von Boys Night Out scheint diese Frage einfach zu beantworten zu sein: Das Quintett aus dem kanadischen Ontario musiziert für sich selbst. Auf diese Weise lassen sich auch die zahlreichen Stilrichtungswechsel nachvollziehen, die Boys Night Out über sich haben ergehen lassen. Begann es in 2001 noch mit hardcorelastigen Klängen im Stile von Grade, so schockierte man die Fans mit dem Erstlingswerk „Make Yourself Sick“ und poppigeren Klängen. Vor zwei Jahren erblickte dann „Trainwreck“ das Licht der Welt, ein Konzeptalbum gefüllt mit jeder Menge Experimentierfreude. Tja, und worauf dürfen sich die Fans jetzt gefasst machen?

Soviel sei vorweg genommen: Dieser selbstbetitelte Longplayer ist in der Schublade für harte, aggressive Klänge ungefähr so richtig aufgehoben wie ein Brotmesser im Kinderzimmer. Auch vom druckvollen Punkrock sind nicht viele Spuren auszumachen. Was bleibt, sind größtenteils weichgespülte Songs, höchst emotionale Streicheleinheiten, die die Emo-Klischeequote zwar bedienen, aber dank eines durchdachten Songwritings nicht vollständig erfüllen. Boys Night Out drücken zwischenzeitlich kräftig auf die Tränendrüse („Swift And Unforgiving“, „Fall For The Drinker“, „It Won’t Be Long“), was sich in zart gespielten Instrumenten und einem fast schon zerbrechlichen Gesang von Frontmann Connor Lovat-Fraser äußert.

Dennoch schaffen es die jungen Herren immer wieder, der Belanglosigkeit von der Schippe zu springen. Völlig überraschend schießt zum Beispiel das wilde „The Heirs Of Error“ aus den rund 40 eher gesetzten Minuten heraus und treibt die Stimmung rapide in die Höhe. Ebenfalls in bester Laune befindet man sich, wenn die druckvollen „The Push And Pull“ und „Reason Ain’t Our Long Suit“ angestimmt werden. Hier erlebt man Boys Night Out locker, flockig und mit jeder Menge Sonne im Gemüt. Leider schlagen die Kanadier derartige Töne viel zu selten an. Trotzdem ist dieses von Lou Giordano – der kompetente Mann arbeitete in der Vergangenheit unter anderem mit Hüsker Dü, Millencolin, The Ataris, The Lemonheads und Taking Back Sunday zusammen – produzierte Album viel zu progressiv, um im Mainstream einmal kurz für Aufsehen – oder besser Aufhören – zu sorgen und dann in der Ecke zu landen, in die bereits so einige One Hit-Wonder geworfen wurden.

25.06.2007 Jack