Tonträger

Tracklist

1. Either Way
2. You Are My Face
3. Impossible Germany
4. Sky Blue Sky
5. Side with the Seeds
6. Shake It Off
7. Please Be Patient with Me
8. Hate It Here
9. Leave Me (Like You Found Me)
10. Walken
11. What Light
12. On and On and On

WILCO

Sky Blue Sky

VÖ: 11.05.2007
Label: Nonesuch
Web: http://www.wilcoworld.net/

Wenn man es genau betrachtet, ist ja jedes neues Wilco-Werk eine kleine Überraschung, denn sie sind immer auf musikalischer Erkundungstour. So folgte man ihnen bei kargen Americana und auch schönen Popmelodien, aber man stolzierte ihnen auch bei ihrem Krautrock mit leichten elektronischen Anleihen hinterher. Doch egal welches Genre sie betreten, es sind immer Folksongs, die man hört, nur halt mit erweiterten Spielregeln.

Doch diesmal klingen Wilco fast nackt, denn es ist hier kein spezielles Genre, das das ganze Album bestimmt. Trotzdem ist "Sky Blue Sky" wieder eine musikalische Großtat mit vielen Richtungen, die zu Wilcos Musikweltbild gehören. Da findet man Country, Blues, Avantgarde, Americana, Southern Rock, Pop und Folk, und sie verweben das ganze zu einem gehaltvollen Ganzen, legen dabei ihre Vorlieben offen. Dabei klingen sie auch hier wieder so, als würden ihnen die Songs quasi aus dem Hemdsärmel purzeln.

Liegt aber auch daran, dass Jeff Tweedy diesmal in eine echte Band eingebunden ist. Jahrelang wechselten die Musiker, jetzt ist Wilco ein festes Gebilde. Und die Musiker haben auch den Mut, ganz zu Anfang einen schlichten aber schönen Schwofer wie "Either Way" zu präsentieren, wo eine Gitarre dezent leuchtet, das Piano fröhlich glänzt und Streicher gleißen mit dem Tageslicht, und Jeff Tweedys Stimme klang selten so hell. "What Light" hingegen ist ein klassisches Folklied, das einem aber vermittelt, den Kopf nicht hängen zu lassen. Das Titelstück ist Americanafolk, der im andächtigen Tempo daher kommt und fast schon erdrückend einsam wirkt.

Anders dagegen das Glanzstück, "Impossible Germany", welches leicht beschwingt beginnt, dann mit Tweedys Stimme ein wenig schwermütig klingt. Der Song wird dann immer kräftiger und erinnert dann teilweise an Songs irgendwo zwischen Allmann Brothers und Gram Parsons. Das klingt nach Altherrenmusik, ist es aber nicht. Denn Wilco schaffen es, dass alles frisch klingt und verfeinern trotzdem mit jedem Album ihre Nuance von guter Musik.

17.06.2007 Hauke