Tonträger

Tracklist

1. You don't know me
2. Worst case
3. Toy boy
4. Over and out
5. Early morning
6. Pussy deluxe
7. Kick ass
8. Wake up
9. Not a queen
10. I'm a singer
11. Kiss you goodbye

MUFF

Horn Attack

VÖ: 25.06.3006
Label: Wolverine Records
Web: http://www.muff-band.de/

Es ist mir schlichtweg schleierhaft, nach welchen Kriterien das deutsche Label Wolverine Records Bands unter Vertrag nimmt. Sicher, sie bieten hiesigen Formationen eine willkommene Plattform, um ihre Musik zu veröffentlichen, aber haben diese Bands es tatsächlich verdient? Im Falle von Muff kann man dies nur bedingt bejahen.

Das Quintett aus Hannover wird den wenigsten ein Begriff, sein, auch wenn sie seit 2002 in der Musikwelt unterwegs sind. Die Albuminformation spricht von sagenhaften 150 Konzerten, die seit der Gründung absolviert wurden – 150 Konzerte in fünf Jahren, das macht angesichts des laufenden Jahres rund 30 Auftritte per annum. Eine sagenhafte Quote. Aber Rechenspiele beiseite, konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Musik, die ihr frisches Album „Horn Attack“ zu bieten hat. Lässt der Titel noch Ska-Punk verlauten, so frönen sich Muff dankenswerter Weise nicht dieses geschröpften Genres. Vielmehr gibt es hier knapp eine halbe Stunde Punk’n’roll mit einem kräftigen Sound und Doppel-Frontfrau. Richtig, der Fünfer setzt auf zwei Sängerinnen, die eine mit rosafarbener Mähne versehen, die andere auf der Bühne auch gerne einmal in Strapsen unterwegs. Stimmlich spielen beide ungefähr in derselben Liga, und die ist nicht einmal die unterklassigste. Während zahlreiche weibliche Frontfrauen nach besten Grüßen aus Schlumpfhausen klingen, können die beiden Damen wirklich überzeugen.

Dennoch krankt „Horn Attack“ durchweg an einem belang- und ideenlosen Songwriting. Raffinierte Melodien, stilistische Grenzgänge und hitverdächtige Momente bleiben während der elf Songs aus, und so gibt es absoluten Durchschnitt im Gänsemarsch, der bisweilen auch ein wenig schwungvoller ausfällt („Over And Out“, „Wake Up“, „I’m A Singer“). Die Forderung, dass „die Leute ihren Arsch wieder hoch kriegen“ sollen, verpufft zwischen spießigen Strukturen – „Worst Case“ beginnt beispielsweise mit einem kindischen Lalala-Gesang – und einem Mangel an Experimentierfreude. So endet die „Horn Attack“ als Sturm im Wasserglas, obwohl das Potential durchaus vorhanden ist. Für das nächste Album wünsche ich mir eine gehörige Portion mehr Facettenreichtum, Ecken und Kanten. Das sollte doch zu schaffen sein.

16.06.2007 Jack