Tonträger

Tracklist

1. In Twilight's Embrace
2. Arsonists
3. The Deepest Sleep
4. Too Many Fuckwits - too few bullets
5. Lost in Embers
6. Soundtrack To Our ending
7. Havoc
8. The Alliance That I Swore
9. Her Prayers Remain Unanswered
10. You Can't Kill Us All
11. A Putrid Taste

MAINTAIN

With a Vengeance

VÖ: 15.06.2007
Label: Swellcreek Records
Web: http://www.maintain-hc.de/

Es scheinen Niedersachsen-Wochen in der Liste der Neuerscheinungen zu sein, denn nach dem ausgezeichneten Debüt von Tiny-Y-Son schickt sich mit Maintain eine weitere Band aus dem (fast) hohen Norden an, kräftig zur Attacke zu blasen. Auf den Titel „With A Vengeance“ hört das Teil, und was hier so rachlüstern klingt, ist in der Tat auch böse, wütend und brutal.

Die Leser, die jetzt dezent Übles ahnen, sollen ihre Bestätigung bekommen: Ja, Maintain haben es sich nicht nehmen lassen, sich stilistisch dem Metalcore zu verschreiben, und das mit allem, was dazugehört. Namentlich wären das drückende Gitarren, ein ballerndes Schlagzeug und ein Schreihals am Mikrofon, um es einmal ganz plakativ auf den Punkt zu bringen. Maintain knüppeln sich durch knapp 40 Minuten Spielzeit und jonglieren währenddessen sowohl das Tempo als auch die Stimmung. Gut, der Geschwindigkeits-Spielraum entpuppt sich dabei als ein wenig vielseitiger als die Gemütslage, die irgendwo zwischen Presslufthammer und Abrissbirne pendelt. Bereits der Opener „In Twilight’s Embrace“ weiß ausgiebig davon zu berichten. Und auch die folgenden zehn Nummern haben einiges zu berichten, so gibt es in „Too Many Fuckwits – Too Few Bullets“ sogar einige Spuren von Melodien im Gewitter der Instrumente zu entdecken oder es wurde zwischenzeitlich ein kleines Metal-Solo eingebastelt („Arsonists“, „Lost In Embers“). Und wer dazu einen guten Sound haben möchte, der geht zu den Experten nach Skandinavien. Dies beherzigten auch Maintain, indem sie „With A Vengeance“ in den dänischen Hansen Studios einspielten.

Dass es gewaltig rummst, leistet jedoch keine Abhilfe gegen durchschnittliche Songs, von denen es auf diesem Longplayer eine ganze Menge gibt. Maintain geben sich komplex, vertrackt, kraftvoll, aber leider auch wenig nachhaltig beziehungsweise einprägsam. Soll heißen, ob es nun die Niedersachsen sind oder Metalcore-Fraktionsmitglied Nummer achthundertfünfundneunzig aus den Vereinigten Staaten, die hier modernen Metal und Hardcore verschmelzen lassen, ist ungefähr so schwierig auszumachen wie ein bestimmter Bassdrum-Schlag auf diesem Album. Ein gewisses Hit-Potential wird vermisst, aber mal ehrlich: Kann es sein, dass der Metalcore sich mittlerweile nicht einen ausgiebigen Winterschlaf verdient hat? Einmal noch schnell „With A Vengeance“ auf den Markt gebracht und dann ab ins Bett!

12.06.2007 Jack