Tonträger

Tracklist

01. 'Jon Doe Flatlines'
02. 'We Are Valid'
03. 'Decades Of Bitter Sleep'
04. 'paper Soldiers & Velvet'
05. 'My Sterling Blade In Your Tennessee Throat'
06. 'The Uranium Issue Of Dogma Lovers'
07. 'Downfall Of A Kid´s Heart'
08. 'Rifle The Rainforrest'
09. 'Crossing A Minefield In Clownshoes'
10. 'Execute Subeterranean Parasites'
11. 'Chasing Ghosts'
12. 'No Purity In Loser´s Alley'
13. 'Constant Wars'
14. 'Bleary Eyed'
15. 'Voodoo Complex

TINY Y SON

Embracing Uncertainty

VÖ: 08.05.2007
Label:
Record Of The Year
Web: http://www.tiny-y-son.de/

Oh ja, das ist feinster Stoff für das Trommelfell! Damit sei die uneingeschränkte Erwerbsempfehlung im Vorwege schon verbraten und der Weg in die gut sortierten Plattenläden oder multimedialen Musik-Bezugsquellen geebnet. Aber man möchte die Katze schließlich nicht im Sack kaufen, also gibt es im Folgenden eine exaktere Identifikation von dem, was Tiny-Y-Son auf ihrem Debüt-Album „Embracing Uncertainty“ zu bieten haben.

Nach einem kurzen Intro gibt es für den Fünfer nur eine Devise, und die heißt Vollgas, Vollgas und noch einmal Vollgas. „We Are The Valid“ beseitigt auf der Stelle sämtliche Skepsis, dass hier eine deutsche Band am Werk ist, die mit relativ durchschnittlichem Talent amerikanischen Vorbildern nacheifert. Im Gegenteil, der rasend schnelle Punkrock mit intensiven Hardcore-Einflüssen überzeugt auf der Stelle und ruft schnell Bands wie No Trigger oder Strike Anywhere in das Gedächtnis.

Aber Vergleiche beiseite, denn Tiny-Y-Son müssen sich nicht mit fremder Formationen musikalischer Lorbeeren schmücken. Absolut eindruckvoll schmettern sie den Lauschenden 14 Qualitäts-Kracher vor den Tabernakel und lassen Hammer, Amboss und Steigbügel tüchtig schwitzen. Abgesehen von der melancholischen Ballade „Constant Wars“ werden nur in dem Punkt Kompromisse gemacht, dass sowohl Freunde des wütenden Hardcores als auch Gönner des melodischen Uptempo-Punkrocks vorzüglich bedient werden. Brüllt sich Frontmann Matthias in den Strophen regelmäßig die Frösche aus dem Hals – was zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt klingt – so befindet er sich spätestens im Refrain in bester harmonischer Gesellschaft seiner Kollegen, um feine Melodien vom Stapel zu lassen. „Embracing Uncertainty“ verwöhnt mit jeder Menge Hits, aus denen insbesondere „My Sterling Blade In Your Tennesee Throat“ und „Downfall Of A Kid’s Heart“ herausstechen. Bei dermaßen viel Potential muss selbstverständlich auch die Produktion stimmen, wofür Olman Viper und Donots-Mitglied Guido Knollmann gesorgt haben.

Die Tatsache, dass der hohe Norden – Tiny-Y-Son stammen aus dem frischen Bremervörde – im Volksmund unterkühlt wirkt, wird mit diesem Album vollkommen außer Kraft gesetzt. Hier brennt 45 Minuten lang die Luft, man sollte sich also auf schnellstem Wege anstecken lassen.

11.06.2007 Jack