Tonträger

Tracklist

1. Ripper
2. Pretty Handsome Awkward
3. Bird and the Worm
4. Earthquake
5. Hospital
6. Paralyzed
7. With Me Tonight
8. Wake the Dead
9. Find a Way
10. Liar Liar (Burn in Hell)
11. Smother Me

THE USED

Lies For The Liars

VÖ: 18.05.2007
Label: Reprise Records
Web: http://www.theused.de

Früher waren sie angesagt. Sänger Bert durfte gar den Berg Kelly Osbourne besteigen und ihrer Familie neuen Gesprächsstoff liefern. Damals war es gar nicht wirklich nötig, dass die ganze Welt über das beste Stück von Herrn Mccracken, da zu diesem Zeitpunkt die Musik der Kapelle aus den Staaten noch durchaus erwähnenswert war.

Auch ihre Konzerte waren gut besucht, trotz seltsamer Rituale auf der Bühne. Wer letzte Woche das Konzert in der Hamburger Großen Freiheit 36 miterleben durfte, wird einsehen, dass der Zenit der Band schon außer Sichtweite ist. Bert Mccracken, rein äußerlich der echte Sohn von Ozzy Osbourne, gibt lieber deutsche Kinderlieder zum Besten, anstatt ein paar amtliche Songs in die Rund zu werfen. Die restliche Zeit vertreibt sich jedes Bandmitglied auf seine eigene Art und Weise, so dass selbst die restlichen spärlichen Besucher den Rückzug antraten.

Mit „Lies For the Liars“ haben die Jungs jetzt den popigen Weg eingeschlagen. Selbst ein Schlagzeugerwechsel konnte es nicht verhindern. Der Vorgänger „In Love And Death“ ließ schon durchblicken, dass der gute Bert seine komplette Kreativität in das Debütalbum gesteckt hat und seit dem Essen, dem Nichtstun oder dem Rauchen frönt.

An dieser Einstellung konnte auch Produzent John Feldmann nichts ändern als zur Aufnahme von „Lies For The Liars“ bat. Ein bisschen Schreien, ein paar Streicher, viel Pop und wenig Neues. So lässt sich das Album schnell und einfach beschreiben.

Hätte Bert nicht nur an seinem körperlichen Verfall gearbeitet, dann wäre ihm wohl kaum entgangen, dass die Platzhirsche heute Panic! At The Disco und My Chemical Romance heißen. Allein „Wake The Dead“ bietet ein bisschen mehr als nur eine laufwarme Melodie garniert mit ein paar alten Texten.

„Smother Me“ wäre selbst einem Alexander Klafs zu schmalzig und triefend. Somit ein würdiger und erstklassiger Abgang aus dem Business, das man vor Jahren hat auferstehen lassen. Eine erneute Affäre mit Kelly Osbourne, die ein Bert in Höchstform vor Jahren abgelehnt hatte, wäre heute eine Option, um nochmals in die Öffentlichkeit zu gelangen. Musikalisch ist der Ofen aus.


12.06.2007 Tim