Tonträger

Tracklist

1. Calling
2. Blackhawks Over Los Angeles
3. Party in the Hills
4. All the Nations
5. War Called Home
6. Letter Home
7. Orchid
8. Dirty Little Secret
9. Downtown
10. King Has Left the Building
11. Mission Statement
12. Diver

STRONG OUT

Blackhawks Over Los Angeles

VÖ: 08.06.2007
Label:
Fat Wreck Chords
Web: http://www.strungout.com/

Im Falle von Strung Out brodelte regelmäßig die Gerüchteküche: Nach den frühen Erfolgen, die das Quintett mit “Suburban Teenage Wasteland Blues” und “Twisted By Design” verbuchen konnte, hieß es, Strung Out würden bei dem Major Label MCA anheuern. Alle, die dieser Ansicht waren, wurden bis heute Lügen gestraft, selbiges Schicksal ereilte diejenigen, die der Band aus Simi Valley eine baldige Auflösung unterstellten. Die Herren sind nach wie vor aktiv, auch wenn die die musikalische Qualität im Laufe der letzten Alben nicht ganz den Standard erreichen konnte wie bei den bereits namentlich erwähnten Langspielern. Jetzt steht mit „Blackhawks Over Los Angeles“ ein frisches Werk in den Startlöchern, und selbstredend soll es das Beste sein, das Strung Out jemals auf den Markt gebracht haben.

Sicher wie die Bank von England ist, dass diese Punkrock-Formation schlichtweg keine schlechten Alben abliefern kann. Vom charismatischen Sänger Jason Cruz bis hin zum filigranen Schlagzeuger Jordan Burns weiß jedes Bandmitglied nach wie vor das jeweilige Instrument zu beherrschen und intelligente Songs mit abwechslungsreichen Strukturen abzuliefern. Nicht erst seit gestern befindet sich bei ihnen der klassische Fat Wreck-Punkrock unter dem Einfluss metallischer und emotionaler Klänge. So machen einige Doublebass-Einsätze und verspielte Gitarrensoli gelegentlich die Runde.

Doch machen wir uns nichts vor: Auf „Blackhawks Over Los Angeles“ erwecken Strung Out ab und an einen ausgepowerten bis ideenlosen Eindruck. Songs wie „Downtown“, „Dirty Little Secret“ oder „The King Has Left The Building“ entspringen eher dem Durchschnitt und hätten in den Anfangsjahren der Band niemals ihre Legitimation zur Veröffentlichung besessen. Und auch wenn der Fünfer dem hohen Tempo keineswegs abgeneigt erscheint („Calling“, Blackhawks Over Los Angeles“, „Orchid“, „Diver“), so wirkt der Kampfhubschrauberflug über die Stadt der Engel zu keinem Zeitpunkt so brachial wie einst.

Kontinuität haben Strung Out in Bezug auf die Wahl des Produzenten bewiesen. Ein weiteres Mal durfte Matt Hyde (Slayer, No Doubt) die Klänge unter seine Fittiche nehmen, der dem Vorgänger „Exile In Oblivion“ nicht gerade einen einwandfreien Sound verliehen hat. Doch dieses Mal hat der gute Mann anscheinend seine Hausaufgaben gemacht und die Songs richtig druckvoll in Szene gesetzt. Davon profitieren natürlich die erstklassigen „All The Nations“ und „A War Called Home“ – es ist ja nicht so, dass Strung Out keine Hits mehr abliefern können. Nur leider kann auch „Blackhawks Over Los Angeles“ absolute Klassiker wie „Suburban Teenage Wasteland Blues“ und „Twisted By Design“ – Reifeprozess hin oder her – nicht vom Thron der Band-Diskografie verdrängen. So langsam wird es aber Zeit…

06.06.2007 Jack