Tonträger

Tracklist

1. Wake
2. Given up
3. Leave out all the rest
4. Bleed it out
5. Shadow of the day
6. What I've done
7. Hands held high
8. No more sorrow
9. Valentine's day
10. In between  
11. In pieces  
12. The little things you give away

LINKIN PARK

Minutes To Midnight

VÖ: 11.05.2007
Label: Warnermusic
Web: http://www.linkinpark.de

Kaum ein Zuhörer hätte auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass die bis dato unbekannten Band auf der Bühne des Hamburger Grünspans, solch eine beispiellose Karriere hinlegen würde. Monate später als viele der Gäste die Band schon wieder verdrängt hatten, wurde ihr Debütalbum „Hybrid Theory“ auch in Europa veröffentlich. Was im Anschluss folgte ist bekannt.

Ein Album mit Jay-Z , eine Tour mit Metallica, ein Grammy und diverse andere internationale Anerkennung kann die Band vorweisen. Auch die Verkaufszahlen der beiden letzten Studioalben lassen sich durchaus sehen. Über 40 Millionen Mal gingen die beiden Scheiben über den Ladentisch. Kein anderer Nu-Metal-Act verkaufte derart viele Platten und stürmte zugleich mit annähernd allen Singles die internationalen Charts. Sie machten dieses Genre salonfähig.

Vier Jahre ist es nun her, dass das letzte Studioalbum „Meteora“ das Licht der Welt erblickt. Danach folgte nur noch wenig kreatives und sie mussten das Ende der Nu-Metal-Bewegung beobachten, die sie selbst mit ins Leben gerufen haben. Ein Act nach dem anderen musste sich eingestehen, dass der Hype vorüber war.

Das Artensterben führte auch bei Linkin Park zum Umdenken. Sie schufteten wie nie zuvor, um ihr altes Image zu bekämpfen und sich selbst neu zu erfinden. Ganze 14 Monate wurde im Studio an „Minutes To Midnight“ gefeilt. Nur 12 von über 100 Songs überlebten diese akribische Suche nach dem neuen Stil, für den auch Rick Rubin mitverantwortlich ist.

„Wake“ leitet das neue Linkin Park-Zeitalter ein. Ein uninteressantes bis belangloses Intro bestehend aus einen paar Klängen und Gitarren. Klatschende Hände kündigen „Given Up“ an, in dem Chester sich mal richtig ausschreien darf. Stakkatoartig führen die Gitarren den Hörer durch den Song begleitet von wütenden Schreien, die danach für den Rest des Albums auch verstummen werden. Nur „No More Sorrow“ wird ebenfalls von diesem so typischen Shouting begleitet. „Leave Out All The Rest“ ist dann eine der Popnummern, die stellvertretend für den Rest sind. Es klingt und fühlt sich an wie eine der belanglosen Nummern von Savage Garden. Kein Druck, keine Hymne, kaum Melodie. Hier bricht eine Ära an, die nur wenigen Linkin Park-Fans schmecken wird. „Bleed Out“ und „Hands Held High“ dagegen sind eher Relikte aus vergangenen Tagen. Ein wenig HipHop-Beats gemischt mit ein paar Raps.

Dass der alte Stil nicht mehr zeitgemäß war, ist sicherlich vielen klar gewesen, aber Songs wie „Pieces“ oder „The Little Things Give You Away“ konnte kaum jemand erahnen. Ob sich die Band mit so einem gewagten Kurswechsel einen Gefallen getan haben, wird die Zukunft zeigen. Einzig ihr umweltpolitisches Engagement darf positiv gewertet werden, auch wenn es ähnlich aufgesetzt wie „Minutes To Midnight“ wirkt.

27.05.2007 Tim