Tonträger

Tracklist

1. 4 Akkorde
2. Unterhund
3. Reduziert
4. Eure probleme
5. Hochhaus-Girl
6. Von A-Z
7. Nicht wie im Fernsehen
8. Kleingarten BRD
9. Ruf mich an!
10. A donde van tus suenos?
11. Das Alles
12. Anders
13. Opfer müssen verzichten können
14. Und sie sagte....

THE BOTTROPS

The Bottrops

VÖ: 25.05.2007
Label: Destiny Records
Web: www.terrorgruppe.com

Lange machten die Überbleibsel der bekannten und beliebten Terrorgruppe einen Hehl aus dem Namen, unter dem sie zukünftig musikalisch firmieren werden. Nachdem die Fanscharen zum allgemeinen Kopfrauchen animiert wurden, fand das kollektive Brainstorming letztlich in der Bezeichnung „The Bottrops“ ein Ende. Damit wagt sich das Quartett um die alten Terrorgruppe-Recken Slash Vicious und Johnny Bottrop auf dünnes Eis, schließlich gilt die Stadt im Herzen des Ruhrpotts nicht gerade als Ort, in dem man gerne sein Dasein fristet. Denn wie sagte einst Spaßmacher Jürgen von der Lippe: „Nicht einer von den Dümmsten ist, der Bottrop sieht und sich verpisst.“ Na, das kann ja was werden…

Glücklicher Weise ist das Erstlingswerk der Bottrops im übertragenen Sinne nicht die Dreckschleuder, die der Titel verspricht. Vielmehr ist das Debüt-Album eine richtig saubere Sache geworden, die durch eine absolut bodenständige Einfachheit zu überzeugen weiß. Das Berliner Quartett schafft es, mit songwrtiterisch simplen Mustern einen Longplayer zu stricken, der zu keinem Zeitpunkt langweilig oder abgegriffen wirkt. Punkrock der alten Kaugummi-Schule trifft auf Garagen-Flair, und Popmusik macht Bekanntschaft mit einer unverblümten Attitüde, wie man sie bereits von der Vorgängerband kennt.

The Bottrops beschränken sich auf das Wesentliche. Eingerahmt von einer klaren Produktion aus den Händen von Harris Johns (Slime, Sepultura) und Andi Jung (Beatsteaks, Terrorgruppe, Goldene Zitronen) wird ohne experimentelle Umschweife locker losgerockt. Einen Vorgeschmack auf das zukünftige Treiben lieferte im vergangenen Jahr die „Unterhund“-EP, von der die Songs „Unterhund“, „Hochhausgirl“ und „Ruf Mich An!“ auch auf diesem Album ihre Berücksichtigung finden. Mit wippendem Bein spielen sich die Herren durch zahlreiche Midtempo-Nummern, um dann zwischenzeitlich das Tempo ein wenig zu steigern („Nicht wie im Fernsehen“, „Kleingarten BRD“) oder mit „Von A-Z“ so etwas wie eine Pop-Ballade vom Stapel zu lassen. Nahezu Pulp Fiction-esque Klänge liefert der Song „A Donde Van Tus Suenos“, der den passenden Soundtrack zu einer staubigen Wanderung unter praller Sonne darstellt.

Gewiss ist dieses Teil wenig spektakulär, dennoch gibt es an ihm nicht viel auszusetzen. The Bottrops machen hiermit den deutschsprachigen Powerpop salonfähig. Und zum Schluss gibt es noch einen kleinen Witz: Im Manta: Manni und seine Tussi knutschen. Sagt die Tussi: „Manni, küss’ mich da, wo’s stinkt!“ Sagt Manni: „Los, schnall dich an, wir fahr’n nach Bottrop!“

10.05.2007 Jack