Tonträger

Tracklist

1. Send Away The Tigers
2. Underdogs
3. Your Love Alone Is Not Enough
4. Indian Summer
5. The Second Great Depression
6. Rendition
7. Autumnsong
8. I'm Just A Patsy
9. Imperial Bodybags
10. Winterlovers

MANIC STREET PREACHERS

Send Away The Tigers

VÖ: 04.05.2007
Label: Red Ink
Web: http://www.manics-online.de

Für viele Bands bedeuten Soloprojekte der einzelnen Mitglieder fast immer das Ende der gemeinsamen Zeit. Beispiele gibt es hierfür viele.

Auch die Manic Street Preachers gingen nach dem 2004er Werk „Lifeblood“ getrennte Wege, um sich den eigenen Interessen hinzugeben. Für viele Kritiker ein Rückzug auf Raten, da die Herrschaften Bradfield, Moore und Wire sich untereinander nicht mehr viel zu sagen hatten. Erst nach Vollendung der Soloprojekte kam die Einsicht, dass eine der größten Rockbands der Insel nicht so einfach von der Bildfläche verschwinden darf.

Spiegelte „Lifeblood“ noch die Langweile und Uneinigkeit der Band wider, so ist „Send Away The Tigers“ ein Album, wie es gegensätzlicher kaum sein könnte.

Die Devise im Jahr 2007 lautet: Weniger Pop, mehr Rock! Produzent Chris Lord Alge, zu ständig für Green Day und My Chemical Romance, hätte auch kein Verständnis für musikalische Ausfälle, wie auf „Lifeblood“ vorhanden, gehabt. Somit bildeten die Manic Street Preachers wieder eine Einheit, die geschlossen hinter dem steht, was der Hörer in achtunddreißig Minuten zu hören bekommt. Ein anderes Indiz für die neu entstandene Liebe zum Rock, könnte das umgedrehte R im Bandnamen wie auch Albumtitel sein. Wie dem auch sei, der Opener „Send Away The Tigers“ ist richtungweisend. „Underdogs“ einer der Gründe, warum die Tour der Manics so schnell wie noch nie zuvor ausverkauft war. Es rockt gewaltig. Vorbei die trüben und gelangweilten Tage der Vergangenheit.

Die erste Single „Your Love Alone Is Not Enough“ schaltet wieder einen Gang zurück, aber dafür steigt der Melodiefaktor um ein Vielfaches an. Grund hierfür ist die bezaubernde Nina Persson von den Cardigans, die hier im Duett mit Bradfield das Herz beider Bands höher schlagen lässt.

„Rendition“, einer der aggressivsten Songs, steht für die Haltung der Band zu Themen wie Guantanamo oder dem Verhalten der US-Amerikaner im Allgemeinen. In die gleiche Kerbe schlägt auch „Imperial Bodybags“. Böse Zungen behaupten, es klänge ein wenig Heavy Metal durch, was dem Song aber durchaus noch ein bisschen mehr Nachdruck verleiht.

„Autumnsong“, eine der Perlen auf „Send Away The Tigers“, lässt auch Freunde anderer Musikrichtungen aufhorchen. Eindeutig. Die Manic Street Preachers sind zurück und das besser denn je zuvor.

09.05.2007 Tim