Konzertbericht

BRITISH MUSIC WEEK PART 1

BLONDELLE
25.04.2007, Berlin, Magnet Club

Es ist British Music Week in Berlin. Und damit die Zeit des Jahres, in der Großbritannien den Deutschen zeigt, welche Vielfalt an Nachwuchsbands eine Region hervorbringen kann. Blondelle spielen heute abend zusammen mit zwei weiteren UK-Bands, von denen Strawberry Blondes vor 38 Zuschauern die Frage nach dem Sinn oder Unsinn aufwerfen, zunehmend mehr Bands im Rahmen dieser Veranstaltungswoche gleichzeitig auftreten zu lassen. Denn während über die Stadt verteilt weitere interessante Acts ihr Können beweisen, gehen andere scheinbar unter.

Als Blondelle die Bühne betreten, hat sich die Zuschauerzahl immerhin verdreifacht. Die Vier wirken auf der kleinen Bühnen glücklicherweise nicht so hochglanz-inszeniert wie im Hedi Slimane-Chic auf ihrer Homepage. Herrjemine!, möchte man ausrufen, was sind die Burschen jung! Und was machen sie nur für erwachsene Musik! In der Tat: man wundert sich die 45 Minuten des Konzertes über den offensichtlichen Gegensatz des knabenhaften Äußeren und der Reife der Musik. Wie routiniert und abgeklärt sie ihren Rock ’n’ Roll herunterspielen, ohne dabei arrogant zu wirken. Mal härter in Ausflügen zum Hardrock, mal schleppend und groovig oder tanzbar. Sänger Will Cameron wirkt wie eine Mischung aus Richard Ashcroft und Boris Becker zu Zeiten seines ersten Wimbledon-Gewinns. Die restlichen Mitglieder komplettieren den äußerlichen Eindruck einer Schülerband, und in Drummer Mike Deegan haben die Mädels in der ersten Reihe jemanden, von dessen Hühnerbrust sie heute nach träumen können.

Während man schließlich darüber nachdenkt, wie die Engländer immer wieder so viele gute Nachwuchsbands produzieren, drängt sich vielmehr die Frage in den Vordergrund, ob angesichts dieser Jugendlichkeit die British Music Week nach den Ferienterminen in England ausgerichtet wird.

BERICHT: Henning

Impressum © 2006 hoersturz.net