Tonträger

Tracklist

1. My Everlong  
2. Nothing Left To Lose
3. Dead Reasons
4. A Story To Tell
5. Tonight (We Beat The Beats)
6. Signing Off  
7. Honest To Say
8. I Hate All The Things You Love
9. End Of The Road
10. You
11. The End
12. Bleach (Save Me)

Pinboys

Teenage Wasteland

VÖ: 13.04.2007
Label: Iceberg Records
Web: http://www.pinboys.dk/

Hjertelig velkommen zur Einöde des Nachwuchses, in der die PinBoys ein ganzes Dutzend brandneuer Nummern zum Besten geben. Die dänische Formation erblickte im Jahr 2002 das Licht der Musikwelt und erspielte sich dank einer intensiven Bühnenpräsenz schnell eine amtliche Fanbasis. Die faktischen Vorboten ließen zudem Gutes verlauten, schließlich stammt die Band aus Dänemark – dass skandinavische Bands hörenswerte Rockmusik produzieren können, sollte hinlänglich bekannt sein – und lockt mit einer interessanten Kombination aus Sänger und Sängerin. Kann man dann noch viel falsch machen?

Und ob man kann! Von dem Albumtitel bis hin zum letzten Ton der rund 40 dargebotenen Minuten wirken sämtliche Machenschaften enorm abgekupfert. In Windeseile wird man von dem Quintett nahezu dazu genötigt, ihnen Mangelerscheinungen in punkto Eigenständigkeit und Kreativität zu attestieren. Auf „Teenage Wasteland“ – umrahmt man diesen Titel mit den Worten „Suburban“ und „Blues“, dann erhält man den Namen eines großartigen Strung Out-Albums, ohne jedoch stilistische Parallelen zu den PinBoys herstellen zu wollen – hört man New Found Glory, man hört Simple Plan, man hört Fallout Boy, aber man hört leider schrecklich wenig von den PinBoys an sich.

Dabei geben sich die Dame und die Herren hörbar Mühe, um einigen Klischees Folge zu leisten. Die Songs müssen eingängig sein. Sind sie auch, denn die Combo aus dem nördlichen Nachbarn achtet akribisch auf freundliche Melodien und einen Verzicht auf komplexe Songstrukturen. Dies fördert zusätzlich die Massenkompatibilität des Albums, und wenn diese das Ziel der Band gewesen wäre, dann wurde es locker erreicht. Zu sämtlichen Songs kann man prima in den eigenen vier Wänden Staub wischen oder mit dem Auto an der roten Ampel stehen. Kurzum: Wer sich „Teenage Wasteland“ zu Gemüte führt, stellt sein Gefühlsbarometer auf unmittelbare Heiterkeit. Auf drei sind wir alle fröhlich…

Als Animateure fungieren mittelmäßige Midtempo-Poppunk-Produkte, die nicht wirklich die Hunde hinter den Öfen hervorlocken. Der Abwechslung halber (oder wie es sich gehört) streuen die PinBoys mit „A Story To Tell“ hier noch eine Ballade ein, um dort mit „You“ das Tempo ein wenig anzuziehen. So richtig feierlich wird es selten, die erhoffte Ausnahme liefert „Signing Off“ mit feinen Gesangslinien insbesondere im Refrain, die man sich wesentlich häufiger wünscht. Pech gehabt! Vor der totalen Grätsche können sich die Dänen dennoch retten, was auf der einen Seite der kraftvollen Produktion Florian Nowaks (5Bugs) und andererseits dem Gesangs-Doppelpack Jakob Møller und Anne Kalstrup zu verdanken ist. Hier treffen zwei kompetente Organe aufeinander und ergänzen sich so stark, dass es die PinBoys vor dem Sturz in die Belanglosigkeit rettet.

Nicht nur musikalisch gibt man sich aufgebrezelt, den aktuellen Standards des Genres entsprechend, und vergisst dabei fast, das eigene Gesicht zu wahren. Ich wage an dieser Stelle einmal die brutale Prognose, dass „Teenage Wasteland“ bereits nach kurzer Zeit die Einöde des CD-Regals dauerhaft zu spüren bekommt. 

24.04.2007 Jack