Tonträger

Tracklist

1. California's Dark
2. One Man Revolution
3. Let Freedom Ring
4. The Road I Must Travel
5. The Garden of Gethsemane
6. House Gone Up In Flames
7. Flesh Shapes The Day
8. Battle Hymns
9. Maximum Firepower
10. Union Song
11. No One Left
12. The Dark Clouds Above
13. Until The End

THE NIGHTWATCHMAN

One Man Revolution

VÖ: 20.04.2007
Label: Red Ink
Web: http://www.nightwatchmanmusic.com/

Man kennt ihn als ein Teil von Rage Against The Machine oder Audioslave. Für alle ist er der Gitarrenvirtuose, den das Rolling Stone Magazine auf Platz 26 der besten Gitarristen aller Zeiten anführt. Mehr aber auch nicht.

Kaum jemand kennt seine Vorgeschichte oder gar sein Treiben neben Audioslave oder Rage Against The Machine.

„One Man Revolution“ kommt auf sehr leisen Sohlen daher. Soll heißen, Tom Morello unterhält seine Hörer allein mit der Akustikgitarre. Dieses Sparprogramm hat einen Sinn, da das Hauptaugenmerk auf den Texten liegt. Rage Against The Machine war schon eine durchaus politische Band, die mit ihrer Musik Missstände in aller Welt anprangerte.

Dieser politische Background ging mit der Gründung von Audioslave verloren, so dass Morello sich ein eigenes Sprachrohr für seine Kritik an der Gesellschaft oder dem System erschaffen musste.

Für diese Anstrengungen bekam er 2006 den Eleanor Roosevelt Civil Rights Award. Er selbst bezeichnet sich gern als den schwarzen Robin Hood der Musik des 21sten Jahrhunderts der gegen gesetzeswidrige Kriege, Folter, geheime Gefängnisse und das illegale Ausspionieren der amerikanischen Bevölkerung kämpft.

Woher dieser unbändige Kampf, der den Einsatz von Serj Tankian (System Of A Down), mit dem er die Non-Profit-Organisation „Axis Of Justice“ gegründet hat, bei weitem noch übersteigt? Die Antwort findet sich in seiner Vergangenheit. Seine Mutter gründete  die Vereinigung Parents for Rock and Rap, die sich gegen Zensur ausspricht. Toms Vater war Guerillakämpfer im Mau-Mau Aufstand, der Kenia von britischer Krone befreite und sein Großonkel war der erste Präsident Kenias. Der politische Aktivismus wurde ihm somit schon früh in die Wiege gelegt. Auch sein Geschichtsstudium an der Universität von Havard, sowie sein starkes Interesse am Marxismus trugen zu seiner heutigen Einstellung bei.

Während der großen Tourneen mit Audioslave nutzte er jeden freien Tag, um in Cafés oder Open-Mic-Bühnen anonym unter dem Namen The Nightwatchman kleine Akustikshows zu machen.

Sicherlich vertreten viele Bands wie Green Day oder die Dixie Chicks für amerikanische Verhältnisse eine sehr aggressive politische Meinung in Hinblick auf ihren Präsidenten. Diese Art der Protestmusik machte Morello schon in der Highschool, so dass „One Man Revolution“ um ein Vielfaches kompromissloser ist als die Alben der anderen Bands.

Hier geht es um Verbitterung, Vergeltung und Revolution und nicht um primitive „Bush Raus“-Rufe. Dieses Album verlangt nach Aufmerksamkeit und nach einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart. Der Hörer muss sich mit den Texten auseinandersetzt, da die musikalische Darbietung kaum Jemanden überzeugen wird, auch wenn Brendan O´Brien, der schon Incubus und Pearl Jam produziert hat, an den Reglern saß.

Wem Rage Against The Machine und System Of A Down schon immer zu Mainstream und trivial waren, der darf sich an „One Man Revolution“ probieren. Hier wird er seinen Meister finden.

In diesem Sinne: „Viva la revolución“

25.04.2007 Tim