Tonträger

Tracklist

1. Discontent Industry
2. The Political Aspect Of Unpolitical Thinking
3. War In The Shadows
4. Primetime Killers
5. Step Over The Wall
6. Abandoning Democracy
7. Collection Complete!
8. Z-7110
9. Portrait Of Conformity
10. Kingdom
11. Anti #2
12. System Failure

RENTOKILL

Antichorus

VÖ: 18.05.2007
Label: Rude Records
Web: http://www.rentokill.com

Mit einer waschechten Überraschung warteten vor drei Jahren Rentokill mit ihrem Album „Back To Convenience“ auf. Flotter Punkrock im Stile von Propagandhi und Strike Anywhere sorgte für allerlei Aufsehen, zumal die Band aus österreichischen Landen stammt, einer Region, die bis dato in diesem Genre herzlich wenig bis überhaupt nichts zu melden hatte. Mittlerweile ist alles anders, denn die Alpenrepublik hat sich zu einer Wiege zahlreicher verheißungsvoller Formationen wie Red Lights Flash, Ephen Rian und Estate gemausert. Doch wie sieht es mit der musikalischen Kontinuität aus? Mit „Antichorus“ beweist das Quartett, dass wir uns diesbezüglich keinerlei Sorgen machen müssen.

Hatte „Back To Convenience“ noch einige Schwächen im Bereich der Eigenständigkeit – zeitweise drängten sich NOFX-Plagiatsvorwürfe nahezu auf, zudem gab es noch ein durchschnittliches Rancid-Cover – so dokumentiert „Antichorus“ definitiv einen positiven Lernprozess. Stilistisch rangiert der Vierer nach wie vor in der Schnittmenge zwischen oben genannten Bands, dennoch besitzen alle 15 Songs eine herrliche Frische. Der Opener „Discontent Industry“ spricht gleich zu Beginn der 36 Minuten eine deutliche Sprache: Vollgas-Musik paart sich mit einer anständigen Portion Aggressivität, ohne die Melodien außer Acht zu lassen. Zudem präsentiert man sich durch die Bank weg abwechslungsreich. Songs wie „Z-7110“, „System Failure“ oder „This Time We Try To Seperate“ geben ein höllisches Tempo vor, während Nummern wie „Primetime Killers“ und „Collection Complete!“ eher gedrosselter Machart sind. Aufgelockert wird der Reigen von zwei Interludes, die die nächste Attacke dezent einläuten. Nicht nur im Rahmen dieser kurzen Episoden wird schnell deutlich, dass Rentokill mitnichten darauf aus sind, über Sommer, Sonne und verflossene Beziehungen zu berichten. Vielmehr geben sich Jack, Lux, Bertl und Markus sehr sozialkritisch, indem sie in ihren Texten einen Finger in zahlreiche Wunden des aktuellen Gesellschaftslebens legen.

Einen weiteren richtigen Schritt haben Rentokill mit dem Engagement von Alan Douches gemacht, der in der Vergangenheit mit Bands wie Give Up The Ghost, None More Black und besagten Strike Anywhere zusammengearbeitet hat. Er packte die Songs in ein gleichermaßen kraftvolles wie klares Gewand, das jedem internationalen Vergleich standhält.

Dank „Antichorus“ spielen sich Rentokill garantiert in die Herzen der Punkrock-Gönnerschaft, die sich ständig auf der Suche nach qualitativ eindrucksvollen Veröffentlichungen befindet.

22.04.2007 Jack