Konzertbericht

HELGA HEISST JETZT TIMO

HURRICANE FESTIVAL 2005
10.06. - 12.06.2005, Scheessel

So, kleiner Hurricane Nachbericht! Wie eigentlich immer hatten der Online Petrus wetter.com leider recht und es war KALT und Naß! Aber das war ja bisher immer so und mit genug Textilverpackung ist das ja auszuhalten. Dieses Jahr nun also zum ersten mal 60.000 Menschen in Scheeßel auf dem Hurricane Festival und schon am Donnerstag waren bestimmt die Hälfte der Leute am Start. Schlange auf dem Parkplatz, Schlange beim Bändertausch, Schlange vor den Campingplätzen und dann erst mal die Schlacht um die besten Zeltplätze. Zum Glück war der Donnerstag dann trocken und nach der ersten Grillrunde mit Bonaza Hacksteak ohne Fleisch aus dem Reformhaus und Holsten knallt am dollsten aus der Dose dann eine Runde zum abgewöhnen ins Titty Twister! Immer wieder eine lustige Institution, aber lange muss man da nicht bleiben.

Am Freitag dann ab Mittags und dem ersten Schauer wieder der lang erwartete Handynetz Zusammenbruch auf dem gesamten Gelände! Aber auch da wird die Trickkiste ja immer größer und nach dem wir 2004 erst zum Headliner mit der versammelten Mannschaft auf dem Gelände waren hat es diesmal tatsächlich schon bei Boysetsfire geklappt! Sehr geiles Konzert, viele neue Songs und nachdem After The Eulogy gleich als erster Song kam, waren die Punkte eh schon verteilt. Kettcar waren leider wie immer eher langweilig, und können die genialen Songs irgendwie nicht wirklich halten. Schade, aber der Sound am Freitag auf der blauen Bühne hatte aber auch noch Kinderkrankheiten, was bei Wir sind Helden ganz extrem schade und bei Oasis egal war, denn so schief wie da auf der Bühne gesungen wurde, hätte auch ein Tuning der PA nicht mehr viel geholfen. Bei wir sind Helden merkte man dafür aber, das in den vorderen Reihen wohl doch einige Teenies an Selbstüberschätzung litten, denn die Menschenwellen, die im ersten Song rückwärts strömten haben uns leider von unseren schönen Becherkonstruktionen geworfen. Tipp am Rande: auf 4 umgedrehten Bechern auf dem Boden steht man ziemlich stabil und sieht viel mehr! Vor einem selbst stehen ja komischerweise immer die größten Besucher. Auf der grünen Bühne war der Sound wesentlich besser, Turbonegro hatten wieder jede Menge Uniformfetischisten am Start und haben ordentlich gerotzt. Nine Inch Naile hatten ein ganz fettes Set, alle Hits von Hurt über Closer und Wish bis zu The Hand That Feeds waren dabei und wurden ziemlich gut abgefeiert. Rammstein dann auf jeden Fall das Spektakel des Abends, da wurden wieder mal keine Gefangenen gemacht, eher wurden Bandmitglieder gegrillt und im Kochtopf warm gehalten! Großer Sport und immer wieder eine geniale Bühnenshow inklusive 100% Entertainment Garantie. Oasis dann zu 90% schlecht bewertet, aber immerhin gab es diesmal keine Bandschlägerei.

Samstag dann der Downer gleich um 12:00, nachdem wir uns unter Schmerzen aus dem Zelt geschält haben mussten Underoath leider ausfallen, da die wohl den Fahrplan der Fähre nicht lesen konnten. Um kurz vor 13:00 haben wir dann 2 von den Jungs auf dem Gelände getroffen, da war aber leider alles schon zu spät. Aber wir sollen ein großes Sorry und einen netten Gruß an die Fans ausrichten, was ich hiermit gerne tue! Nette Jungs!! Aber der Soundcheck für Amplifier war auch ganz spannend;-) Olli Schulz hat dann aber den Fips Asmussen gemacht und so ging die Laune dann wieder nach oben, um dann vom Regen wieder niedrig gehalten zu werden. Nach dem Grill, Chill und Dusch Nachmittag und Flogging Molly + Trail of Dead aus sicherer Entfernung dann wieder ab nach vorne. Millencolin waren wie immer gut, Slut auch, aber die passen besser in kleine Clubs. Dann die Beatsteaks! Deren Highlight war dann Sabotage als sehr gelungene Coverversion von den Beastie Boys und endlich standen die mal zu einer guten Zeit auf der Hauptbühne! Audioslave waren ebenfalls ziemlich cool aber am meisten Zuspruch kam auf die quasi Coverversionen der Songs aus den alten Combos. Das waren dann Spoonman von der Soundgarden Seite und der „wie-bringt-man-60.000-zum-ausrasten“ Song Killing In The Name“ von Rage Against The Machine. Dann das große Samstags Finale aka SYSTEM OF A DOWN und auch das Highlight des gesamten Festivals. Es war zwar viertel vor Bodenfrost, aber die Show hat das Herz erwärmt! SOAD haben alle Hits der 4 Alben gespielt, muss man auch dieses Jahr gesehen haben! Großes Fest, auch wenn in jedem der drei letzten Songs einmal genau im AbgehMosh Part der Sound weg war. Egal – Chop Suey, War, Sugar, Toxicity, B.Y.O.B..... es rappelt im Karton! Deshalb hier noch mal der Querverweis: SOAD spielen noch auf dem Area 4 Festival in Oberhausen! Danach dann Bronx-Style aufwärmen am Grill und Chill out unter dem Pavillion mit: klar, Dosenbier.

Sonntag dann wieder um 12:00 aufs Gelände geschleppt, Ashton! anschauen! Sind ja gute Hamburger Jungs und dafür muss man halt auch mal früh hoch, hat sich aber gelohnt und schaut doch mal hier: http://www.ashton-web.de/
Dann etwas längere Abbaupause mit dem zweiten Downer, nämlich einer eingeschlagenen Windschutzscheibe. Asipack!! Dafür war die Polizei zu Pferde sehr nett und hilfsbereit. Ska-P haben wir also aus der Ferne gehört, soll aber eine ordentliche Hüpfburg gewesen sein. 3 Doors Down sind eine ziemlich gute Live Band, wenn man den Style der Band mag. Aber mit Kryptonite und Here Without You sind ja auch ein paar Smascher im Gepäck dabei. Beck auf der blauen Bühne war Weltklasse! Mitten im Set durfte die Band am Tisch Platz nehmen und sich, begleitet von der Akustik Gitarre, eine kleine Essenspause genehmigen, später haben die dann als Percussion Truppe mit dem Besteck geglänzt! Dazu lief dann noch eine Ente über die Bühne, das war mal was neues! Queens Of The Stone Age waren solide, hauen aber irgendwie nicht wirklich vom Hocker und verfrickeln viele von den guten Songs unter anderem auch No One Knows. Dann New Order mit einem sehr geilen Best Of Set und dabei auch noch Songs von Joy Division eingebunden (Transmission & Love Will Tear Us Apart). Das war dann mein Abschluss, Die Ärzte waren aber bestimmt ein guter Headliner – meiner war dann aber das warme Bett. Fazit: wieder mal ein sehr gelungenes Festival und irgendwie immer nette und entspannte, trotz der Masse an Leuten. Allerdings ist das Gelände bei 60.000 Leuten auch echt fertig, wenn die Sonne heftig scheinen würde, wäre die Dunstwolke aus den Körperflüssigkeiten sicher ziemlich intensiv. Aber die Vorfreude auf 2006 steigt ja spätestens im Januar, wenn die Jahresplanung anliegt. Und ach ja, Helga heisst jetzt Timo! Weitersagen

BERICHT: Manu

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