Tonträger

Tracklist

1. As I Please
2. Jane Became Insane
3. Sharp, Cool & Collected
4. Meantime
5. Demons Galore
6. Cut Off The Top
7. Bad Brain
8. She Was Great
9. Soljanka
10. Hail To The Freaks
11. E-G-O

BEATSTEAKS

Limbo Messiah

VÖ: 30.03.2007
Label: Warner Music
Web: http://www.beatsteaks.org/

Das neue Beatsteaks-Album ist eine Bombe. So äußert sich zumindest die Band über ihren neuen Longplayer „Limbo Messiah“. Deutliche Worte, die angesichts einiger zeitgenössischer Ereignisse nicht unbedingt Gutes verheißen lassen müssen. Denn wenn Bomben in die Lüfte gehen, gibt es meistens nicht viel Anlass zum Feiern, doch gehaben wir uns in Bezug auf diesen Vergleich nicht päpstlicher als der Papst und erkennen die Euphorie hinter diesem Statement.

Denn „Limbo Messiah“ ist einhundert Prozent Beatsteaks. Und das ist auch gut so, würde das politische Oberhaupt der Berliner hinzufügen. Anstatt den Versuch zu wagen, sich stilistisch neu zu erfinden oder das Songwriting in Komplexität zu ersticken, zucken die Hauptstädter einmal kurz mit den Achseln und machen einfach dort weiter, wo sie bei „Smack Smash“ aufgehört haben. Warum sollte das Quintett auch die Spur wechseln, in der es sich so einwandfrei fährt? Und diese Spur ist keineswegs eben und glatt wie ein frisch gebohnerter Parkettboden, sondern ähnelt vielmehr einer staubigen Piste mit zahlreichen Unebenheiten, die der Monotonie keine Chance lässt. Es wird – wie soll es anders sein – gerockt, und zwar auf die bekannt bodenständige Art und Weise. Auf experimentelle Spielereien wird verzichtet, was diese Veröffentlichung äußerst sympathisch macht. Trotz aller Einfachheit gelingt es den Beatsteaks jedoch, die insgesamt elf Songs zu keinem Zeitpunkt langweilig zu gestalten.

Eröffnet wird das Album von „As I Please“ und der Singleauskopplung „Jane Became Insane“, zwei klassischen Beatsteaks-Nummern. Als einigermaßen überraschend entpuppt sich die Tatsache, dass die Berliner das Tempo zwischenzeitlich wieder anziehen („Sharp, Cool & Collected“, „Demons Galore“, „Bad Brain“) – der Inspiration altbekannter Hardcore-Combos wie Minor Threat und Black Flag sei dank. Aber die Beatsteaks können durchaus auch anders: Wesentlich entspannter, aber dennoch nicht minderwertiger geht es bei „Meantime“ und „Cut Off The Top“ zur Sache. Gerade bei ersterem bekommt man das Gefühl, dass der Fünfer äußerst zufrieden zu sein scheint, präsentiert er sich souverän, unbeschwert und ganz und gar zwanglos. Ein wenig seltsam hingegen gibt sich der Song „She Was Great“, laut Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß angelehnt an einen Ausspruch George Harrisons über König Elvis, mit seinem zerbrechlichen, Justin Timberlake-mäßigen Gesang. Entschädigung erfährt man aber während der halben Stunde Rockmusik zu genüge.

Ergo darf „Limbo Messiah“ gerne ein Sprengsatz sein. Zu dieser Kategorie gehören bekanntlich auch Feuerwerkskörper, und diese visualisieren schließlich feierliche Anlässe. Die Beatsteaks setzen einmal mehr die Lunte in Brand und kredenzen einen eindrucksvollen musikalischen Kracher. 

30.03.2007 Jack