Tonträger

Tracklist

1. Comin' Down
2. Superstar Tradesman  
3. Same Jeans  
4. Don't Tell Me  
5. Skag Trendy  
6. The Don  
7. Face For The Radio  
8. Wasted Little DJ's
9. Gran's For Tea  
10. Dance Into The Night
11. Claudia
12. Streetlights
13. Wasteland

THE VIEW

Hats Off to the Buskers

VÖ: 16.03.2007
Label: Red Ink
Web: http://www.redinkmusic.de

Machen wir uns nichts vor, die meisten Bands, die heutzutage eine Platte aufnehmen, machen nichts Neues. Man nennt so etwas Retro, was einerseits Schimpfwort sein kann, andererseits kaum ein Wort es besser trifft. Auch The View sind wirklich das, was man eben halt Retro nennt, denn die Musik, die sie machen haben schon hunderte, oder besser gesagt tausende, von jungen Herren aufgenommen.

Um Namen zu nennen, fangen wir mal mit den Sex Pistols an (wobei The View nicht so rotzig sind), also doch eher die Buzzcocks oder, um jüngere Namen zu erwähnen, kann man The Libertines und jetzt Babyshambles und in braveren Momenten wie bei "Same Jeans"auch die Arctic Monkeys heranziehen. Jetzt träumen die jungen Wilden (alle noch nicht 21 Jahre alt) natürlich davon, genauso berühmt zu werden und es scheint ihnen auch zu gelingen. Denn ihr Song "Waste Little DJs" ist ein wahrer Ohrwurm mit Straßenhunden-Charme, aber die Melodie immer fest im Visier. Und was sie auf der Single bewiesen haben, schaffen sie meist auch auf Albumlänge. Dabei setzen sie gezielt auf schlampige, aber genauso schmissige Akkorde, und die Gitarren werfen mit Dreck, das Schlagzeug wird geschlagen, als hätten wir Herbst '76, und Sänger Kyle Falconer versucht, die Songs herunter zu rotzen. Bei diesen Trubel spucken sie tolle Dreiminutensongs aus, wie beispielsweise "Grams For Tea". Aber auch beatlastige und zeitgleich sich überschlagende wirre Songs wie "Skag Rendy" gelingen ihnen, "Same Jeans" und "Superstar Tradesmen" sind ehrenwürdige TOP 20 Singles.

Sie bringen den schmuddeligen Rock'n'Roll ins Königreich zurück. Wer die Geschichte der Rockmusik kennt, der wird sicherlich müde abwinken und sagen, dass die Sex Pistols wilder und authentischer waren und die Buzzcocks die besseren Songs hatten. Damit liegt man richtig, aber wenn man gerade ein Teenager ist, dann ist das die Platte der Jugend. Jeder hat seine Helden!

26.03.2007 Hauke