Tonträger

Tracklist

1.
2. Enter Shikari  
3. Mothership  
4. Anything can happen in the next half hour
5.  
6. Labyrinth  
7. No sssweat
8. Today won't go down in history
9.   
10. Return to energiser
11.
12. Sorry, you're not a winner
13.
14. Jonny Sniper
15. Adieu  Reinhören
16. OK, time for plan B  
17.

ENTER SHIKARI

Take to the Skies

VÖ: 16.03.2007
Label: Pias Recording
Web: http://www.entershikari.com

Welche Band war vor ihrem Debütalbum schon so gefeiert und so bekannt wie Enter Shikari? Dank MySpace natürlich keine. 3 Millionen Audioplays, fast 100.000 Freunde und die meistgeklickte Band der weltweit erfolgreichsten Internetplattform. Dazu gesellen sich noch ein paar Shows, um genau zu sein, über 500 spielte die erst im Jahre 2003 gegründete Band.

Noch ein paar weitere Informationen gefällig? Bitte sehr. 2006 ließen die Jungs das Zelt auf dem Leeds-Festival platzen, spielten im Vorprogramm von My Chemical Romance, eigene ausverkaufte Shows im Herbst, darunter eine ausverkaufte Show im Astoria in London, und noch mehr ausverkaufte Shows. Auch 2007 spielten sie weitere ausverkaufte Gigs in England, kassierten den Kerrang!-Award als beste Newcomer und gingen mit Billy Talent und Alexisonfire auf Deutschlandtour.

Trotzdem reichte das Budget einfach nicht aus, um für die erste Single „Sorry, You´re Not A Winner“ gewaltig auf den Gong zu hauen. Stattdessen musste das heimische Wohnzimmer der Eltern herhalten, um das erste Video in der Bandgeschichte zu drehen. Bis auf einen leichten Schaden blieb der Raum unbeschadet.

Anders verhält es sich bei der Musik der Jungs von der Insel. Hier werden mit Sicherheit so einige Hörer einen Schaden davontragen. Die Mischung aus Rave, Drum & Base, Elektro, Death Metal, Dancefloor usw. fordert unweigerlich Opfer. Ist doch das erste Lebenszeichen „Sorry You´re Not A Winner“ für viele Hörer schon eine Herausforderung, die erst einmal bewältigt werden muss.

Das Intro lässt die älteren Hörer an die Anfänge von Scooter oder das Ende von Snap denken. Mögliche Vergleiche mit hervorragenden Bands wie 2Unlimited wären auch nicht völlig an den Haaren herbei gezogen.

Erste menschliche Töne werden ab dem zweiten Song „Enter Shikari“ vernommen, der auch gleich einen Überblick über das gesamte musikalische Spektrum von „Take To The Skies“ gibt. Zeitweise scheint es als hätte die Band den Ablauf vergessen und jedes Mitglied spielt munter das, was ihm gerade in den Sinn kommt. Somit scheint der Titel des vierten Songs „Anything can happen in the next half hour“ sehr gut gewählt. Besser wäre nur „Musikalischer Amoklauf einer Schülerband durch die Musikgeschichte“ gewesen.

Eine rote Linie sucht der Hörer vergebens, an der er sich durch das Album hangeln könnte. Stattdessen werden munter alle Silrichtungen, der letzten 10 Jahre kräftig vermengt und in einer wahllosen Folge aneinandergereiht. Das ständige Hin und Her verlangt eine Eingewöhnungsphase, die aber schnell überwunden ist, um dann in Langweile umzuschlagen. Bis auf ein paar Songs wie „Sorry, You´re Not The Winner“ können Enter Shikari langfristig nicht überzeugen. Zu mau ist die Produktion des Debütalbums ausgefallen und die billig wirkenden Effekt strapazieren eher früher als später die Nerven des Zuhörers. Der Überraschungseffekt ist eindeutig auf ihrer Seite, so dass die Neugier vieler Hörer geweckt wird. Nur leider wird diese Neugier nicht in ein langfristiges Interesse umschlagen.

07.04.2007 Tim