Tonträger

Tracklist

1. That's Torn It
2. Changes
3. Poison Ivy
4. Perfect Day
5. Joker
6. Signs Of Science
7. Mediator
8. Circle Line
9. Snuff

NEVER BEEN FAMOUS

Charged

VÖ: 01.12.2006
Label: D.I.Y.
Web: http://www.neverbeenfamous.com/

Eine Zapfsäule, ein voller Tank und jede Menge Flammen – es darf kräftig geheizt werden, zumindest, wenn es nach dem Artwork der pressfrischen EP der bislang unbekannten Band Never Been Famous (nomen est omen) geht. Das Quintett kommt aus österreichischen Landen und verdammt noch eins: Die wissen ebenfalls wie der Hase läuft!

Es macht den Anschein, als hätte Fat Wreck Chords in den Alpen eine kleine Brutstätte eröffnet, denn was runde 25 Minuten lang dem Hörertum offenbart wird, lässt die Art von Musik aufleben, die Mitte der Neunziger intensiv abgefeiert wurde und heute ein gesundes Dasein fristet. Never Been Famous bedienen sich an dem, was NOFX und Lagwagon zu Zeiten von „Punk In Drublic“ und „Hoss“ so allseits beliebt gemacht hat, nämlich flotte Punkrock-Nummern mit hohem Gute-Laune-Faktor. Das Schlagzeug galoppiert, die feinen Melodien geben sich die Klinke in die Hand und der Gesang tritt – zumindest im Refrain – in der Gruppe auf. Und wie es sich gehört, wurden die neun Songs noch von Armin Breuer auf Hochglanz produziert.

Eröffnet wird „Charged“ im hohen Drehzahlbereich, schließlich möchte der Motor vernünftig auf Touren gebracht werden. Im Laufe von „That’s Torn It“ kommen dann auch die drei anwesenden Gitarren zum Tagen, die in dezenter Form die Verspieltheit von A Wilhelm Scream anklingen lassen, ohne jedoch an deren irre Qualität heranzukommen. Macht nix, denn eine Liga darunter spielt es sich gewiss auch nicht schlecht. Und wo gerade Vergleiche angestellt werden, sei noch gesagt, dass der Gesang von Galionsfigur Jan sehr an das Organ von Chris von Less Than Jake erinnert. Dass man mit den Stimmen auch schicke Gesangslinien produzieren kann, dokumentiert unter anderem „Changes“.

Auf dieser EP scheint dementsprechend oft die Sonne, doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Dieser äußert sich in Gestalt von ziemlich laschen Midtempo-Songs wie „Perfect Day“ und „Signs Of  Science“, bei denen der Funke nicht so richtig überspringen möchte. Trotzdem ist „Charged“ eine nette Geschichte für all’ diejenigen, denen Bands wie Millencolin mittlerweile zu reif geworden sind.

23.03.2007 Jack