Tonträger

Tracklist

1. Letter Thing
2. Breathing's For The Birds
3. Nagaina
4. The Notches That Create Your Headboard
5. Pleading Post
6. Slow Good Morning
7. Prematurito El Baby
8. Composer Meet Corpse
9. You Will Not Be Welcomed
10. Naive Monarch
11. Riverside
12. The First Day Of My Second Life

POISON THE WELL

Versions

VÖ: 03.04.2007
Label: Ferret Records
Web: http://www.myspace.com/poisonthewell

Kräftig abgespeckt haben Poison The Well, denn nachdem die Band auf “You Come Before You” noch als Quintett unterwegs war, zieren derzeit lediglich drei Persönchen das aktuelle Bandfoto. Doch während andere Formationen an solch einer Fluktuation zerbrechen, gehen die Mannen aus Ft. Lauderdale konsequent ihren Weg weiter und legen mit „Versions“ einen Nachfolger vor.

Aber was heißt im Falle von Poison The Well eigentlich ‚konsequent’? Unbestritten ist die Tatsache, dass wir es mit einer Formation zu tun haben, die niemals Einheitsbrei produziert, sondern stetig Grenzen überschreitet. Insofern liegt die Konsequenz des Trios in seiner Unberechenbarkeit.

„Versions“ bestätigt dies: Poison The Well zeigen sich vielseitiger als je zuvor. Selbstverständlich stehen wütende Klänge hoch im Kurs, dennoch fällt es sehr schwer, die Musik zu kategorisieren. Es ist Hardcore, es ist Metal, es ist emotional, es ist vertrackt, verschleppt, verzweifelt, panisch. Binnen 42 Minuten werden zahlreiche Register gezogen. Vergleicht man „Versions“ mit einem menschlichen Wesen, das das Dutzend Songs durchlebt, dann geht er beim Opener „Letter Thing“ ab wie Schmidts Katze, lässt zwischenzeitlich allerdings leicht zerrüttete Tendenzen erkennen. Diese verdeutlichen sich enorm bei dem schleppenden „Nagaina“ und dem trägen „You Will Not Be Welcomed“ und erreichen ihre Vollendung in dem hoffungslosen „Pleading Post“ und dem zerbrechlich-melancholischen „Riverside“. Das menschliche Wesen taumelt von einer depressiven Phase in einen Wutausbruch („The Notches That Create Your Headboard“), stolpert dabei über einen Hauch von Melodien („Naive Monarch“) und erweckt den Eindruck kompletter Orientierungslosigkeit. Man könnte fast meinen, Poison The Well hätten mit dem ersten Akkord den Faden verloren, doch dem ist nicht so.

Vielmehr ähnelt dieses Album einem wahnsinnigen Trip, der trotz aller Ecken und Kanten niemals die Bodenhaftung verliert. Ergo ist unser menschliches Wesen ein Hochbegabter, der unter Durchschnittsdenkern oftmals wie ein Fremdkörper wirkt, aber nichtsdestotrotz in Bezug auf seinen Nutzen über jeden Zweifel erhaben ist.

26.03.2007 Jack