Tonträger

Tracklist

1. This Time     
2. The Anthem To Which We Fall
3. We Set Sails By The Way We Feel
4. Detroit     
5. Toxic Symphony
6. Fireside
7. Ten Cities     
8. 2:26     
9. Angel Food     
10. Catch And Turn

GREEN CONCORDE

Ten Cities

VÖ: 26.01.2007
Label: PopULoud
Web: www.greenconcorde.com

Einer der Musiker sagt, ihr Debüt-Album namens "Ten Cities" beschreibe gut die Situation, sich zu einer Großstadt irgendwie hingezogen und andererseits auch wieder von ihr abgestoßen zu fühlen. Ist "Ten Cities" also eine Ansammlung von elf Songs für Heimatlose? Nicht ganz, denn eigentlich sind alle Songs die Vertonung von Situattionen, wo man irgendwo alleine ist in einer fremden Umgebung.

Alle Songs rebellieren alleine für sich gegen die Einsamkeit, dabei ergeben sie sich nicht der Langsamkeit, sondern setzten kraftvoll, knochig und dunkel ihre Klaustrophobie in Szene.Dabei treffen manchmal auch Gegensätze aufeinander, mal klingen die Songs recht unterkühlt, und dann wieder brennt in der Musik eine gewisse Wut. Letzteres wird vor allem durch den reibenden und energiegeladenen Gesang von Sänger Morten unterstrichen, dessen Stimme bestimmt auch bei hart rockenden Platten gewissen Charme versprühen könnte, aber hier im Kampf gegen die Großstadt passt es auch.Denn er singt die Gefühle eindrucksvoll und druckvoll heraus, ohne dabei zu vergessen, dass man auch eine Melodie einbauen muss. Und so ist beispielsweise "The Anthem To Which We Fall" düsterer Indie-Rock vom Schlage "PDA" von Interpol, mit halt anderem Gesang, aber mit ähnlichen Melodien und Harmonieabläufen.Was Green Concorde und die Band aus New York auch noch gemeinsam haben, ist die Liebe zum Bass, der sich bei eigentlich jedem Song nach vorne drängt und oft den Song führt. Wobei auch das Schlagzeug sich hier ordentlich mit einbringt, lediglich die Gitarre gerät häufiger ins Hintertreffen. Das macht aber nichts, denn die Songs sind auch ohne dieses Saiteninstrument kleine wütende Lieder, die manchmal zu sehr ausser Kontrolle geraten.

Dass es hier an tanzbaren Hits fehlt, dürfte einen nicht wundern, und auch sonst braucht es lange, bis sich Melodien zum Nisten im Ohr absetzten. Das ist auch die Schwäche dieses Debüts, das sich irgendwo zwischen Bands wie Joy Division, Interpol, Mew und Sparta einlotet, denn hier geht es eher um schnelle Freisetzung von Energie als um große Harmonielehre und das Erschaffen von ausgefeilten Hits.

Also mehr Bauch als Hirn, dieses Handeln hat schon oft kleine Meisterwerke erschaffen. "Ten Cities" ist sicherlich kein Meisterwerk, aber eine plausibles und gekonntes Werk.

20.03.2007 Hauke