Tonträger

Tracklist

1. Tics - Lars Horntveth
2. Skttrbrain - Radiohead
3. Money Folder - Madvillain
4. One Year - His Name Is Alive
5. Breathe Me - Sia
6. Untitled - Aphex Twin
7. Great Day - Madvillain
8. Pick Up - Bonobo
9. Roads Become Rivers - Rothko
10.Carmella - Beth Orton
11.So Here We Are - Bloc Party
12.Heim - Pole

FREYA

Lift The Curse

VÖ: 23.03.2007
Label:
Victory Records
Web:
www.myspace.com/freya

Derzeit tummeln sich rund 50 Bands auf Victory Records, mal ganz abgesehen von der Fülle an Abgängern, die nicht selten als hochkarätig – Boy Sets Fire, Bad Brains, Integrity, Warzone und Snapcase sprechen für sich – zu bezeichnen sind. Aus den Ruinen von Earth Crisis, die natürlich ebenfalls bei Victory Records unter Vertrag waren, sind Freya auferstanden, die stilistisch den Vorschlaghammer keinesfalls in die Mottenkiste verbannen. Immerhin ist es nachvollziehbar, dass man ein Brecheisen weiterhin als Brecheisen benutzt und nicht als Kamm. Sicher könnte man, es ist jedoch damit zu rechnen, dass das Ergebnis zumindest ein wenig zu wünschen übrig lässt.

In diesem Sinne konzentrieren sich auch Freya auf das, was sie am besten können: wütend rocken. Auch wenn das Schlagzeug noch ein wenig mehr Dampf gebrauchen könnte, verfügen die zehn Songs über ein hohes Maß an Wucht, so wie es sich im Hause Victory gehört. Schon mit dem Opener „Threads Of Life“ wird eine deutliche Einladung zum Kopfschütteln ausgesprochen – nicht als verneinende Geste, sondern als Ausdruck packender Riffs.

Zwar ist „Lift The Curse“ mit einer Dauer von einer knappen halben Stunde ein relativ kurzes Vergnügen, dennoch schafft es der Fünfer, in dieser Zeit sich von seiner variablen Seite zu zeigen. Klar, im Vordergrund stehen Midtempo-Nummern mit aggressivem Gesang, dennoch lässt sich zwischenzeitlich eine dezente Melodiösität ausmachen. Der Abwechslung halber wird das Tempo einmal angezogen („Down To The Last“) und dann wieder verschleppt („Born In Blood“). Prinzipiell ist dieses Album ein bodenständiges und ehrliches metallisches Hardcore-Werk, das auf experimentelle Spielereien verzichtet und damit äußerst sympathisch erscheint. Trotzdem fehlt den Songs die Nachhaltigkeit, um von einem außergewöhnlichen Album sprechen zu können. Die Zugänglichkeit der Musik steht außer Frage, bloß was, wenn davon nicht viel hängen bleibt? Der Fluch, der auf „Lift The Curse“ liegt, ist ein Genre, das momentan einer überdrehten Schraube ähnelt. Nach fest kommt ab.

21.03.2007 Jack