Tonträger

Tracklist

1. Intro
2. Dreamdancer
3. Chiropody
4. Somedays Sundays
5. Crystal Lake
6. Comes Around
7. Stellaris     
8. Look     
9. After All, He Was Sad
10. Ursa Major
11. Under This Big Moon

POLARKREIS 18

Polarkreis 18

VÖ: 16.02.2007
Label: Motor
Web:
www.polarkreis18.de

Wie stellt man sich den Polarkreis musikalisch vor? Klirrend kühl, irgendwie unmenschlich und exzentrisch, und irgendwie passt das auch auf Polarkreis 18. Diese junge Band kommt aus Dresden und legt ein wirklich spannendes Debütwerk hin. Das ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, denn bis auf klirrend kühl passen die eingangs genannten Eigenschaften. Wenn man das musikalisch festmachen will, dann kann man isländische Affinitäten entdecken, ein wenig findet man auch Indie-Tanzbarkeit, Electronica-Wiesen und DrumBass- Gewitterwolken.

Dass hier die Songstrukturen verschwimmen und die Melodie keine relevante Rolle spielt, erscheint nur logisch und konsequent. Mal schwelgen die Songs in gleißendem Tageslicht umher, dann wieder finden die Songs wieder Schwung, werden aber dann irgendwie so aufgearbeitet, dass sich kein Ohrwurm bildet, und trotzdem hat man flauschigen Watteklang.

Dann können die Herren von Polarkreis 18 aber auch noch ganz anders, denn bei "Dreamdancer" geht es mit gehetztem Schlagzeugspiel los, im Hintergrund bilden Synthies und Streicher raumloses Schweben, bevor später die Streicher zu kleinen Berserkern werden. Dazu dann der Gesang, der sich in hoher Stimme den unterschiedlichen Phasen anpasst und auch wütend klingen kann. Sicherlich weiß man insgesamt manchmal nicht, was die Platte von einem will, wie die Songs berühren wollen und was sie da so singen. Trotzdem ist die Platte sehr eigenständig, hat Mut, ist gewagt und berührt einen. Das ist ein gutes Zeichen und solche Musik hierzulande ja doch sehr selten.

18.03.2007 Hauke