Tonträger

Tracklist

1. Dead again
2. Tripping a blind man
3. The profits of doom
4. September sun
5. Halloween in heaven
6. These three things
7. She burned me down
8. Some stupid tomorrow
9. An ode to locksmiths
10. Hail and farewell to britain

TYPE O NEGATIVE

Dead Again

VÖ: 16.03.2007
Label:
Steamhammer
Web:
www.typeonegative.net

Die sind nicht tot, die sehen nur so aus. Besser kann man Type O Negative mit ihrem 2,02 m großen Frontmann Peter Steele wohl kaum beschreiben. Über vier Jahre gab es kein Lebenszeichen der Band, weil Peter mit Carnivore und Drummer Johnny mit Danzig durch die Land zog. Ganz nebenbei wurde noch die Plattenfirma gewechselt. Für den im Business bewanderten Musikfan kann es nur eine Plattenfirma gewagt haben, diese Jungs nach Roadrunner Records unter Vertrag genommen zu nehmen. Nein, Nuclear Blast waren es nicht, aber SPV hat mal wieder die Aussortierten, der großen und mächtigen Plattenfirmen dieser Welt, direkt von der Straße aufgelesen.

Für alle Interessierten sei noch kurz geklärt, warum dieser bärtige Mann vom Cover so düster schaut, und wer zum Teufel ist der ungepflegte Zauselzwerg. Der gute Mann heißt Grigori Jefimowitsch Rasputin und war zu Zarenzeiten Wanderprediger. Damals waren auch die Prediger einfach mehr Rock´n´Roll als heute, denn der lustige Rasputin war für seinen durch Sex, Suff und Skandalen gezeichneten gesellschaftlichen Aufstieg bekannt. Und wie bekommt man jetzt die Kurve in Richtung Type O Negative? Playgirl-Modell Steele hört sich zu Hause gern mal ein paar russische Militärmärsche an, die auch in zwei Songs von „Dead Again“ verbaut wurden. Außerdem ist er ebenfalls für diverse Frauengeschichten, übermäßigen Alkoholgenuss und für seine überdurchschnittliche Bestückung bekannt. Genau wie der gute Rasputin, dessen bestes Stück in einem Museum in St. Petersburg zu bestaunen ist.

„Dead Again“ ist die lange Pause überhaupt nicht anzumerken. „The Profit of Doom“ kommt in bester Black Sabbath – Manier daher, bei der auch Ozzy Tränen in den Augen hätte, wenn er denn noch wüsste, wer Black Sabbath ist. Zähflüssig zieht sich der Song über fast elf Minuten dahin, ohne dabei einschläfernd oder gar langweilig zu wirken.

„September Sun“ steht in Sachen Spielzeit dem Vorgänger in nichts nach. Fast zehn Minuten gibt es hier eine Ballade der besonderen Art, die alles beinhaltet, was Type O Negative gesangestechnisch und spielerisch drauf haben. Die tiefste Stimme im Rockbusiness, hintergründige Orgelklänge, Gitarrensolo, schleppende Riffs, grölende Massen und noch mehr schleppende Riffs zeichnen den Songs aus.

Danach haut Steele noch einen für die vorzeitig gegangen Kollegen raus. „Halloween in Heaven“ rockt und dröhnt dermaßen, dass die Jungs auf der Metalwolke beim erstmaligen Hören ein Fass aufgemacht haben und ein paar heiße Engel vernascht haben. Ganz im Sinne von Steele, der sich ebenfalls weibliche Begleitung in Form von Tara van Flower besorgt hat.

„Dead Again“ sprüht schon fast vor bis dato unbekannter Freude dieser Band. War man doch sonst nach dem Genus eines Albums bereit den Friedhof mit dem Pflug vom Bauern kräftig umzurühren, beschleicht einen jetzt einfach nur ein friedliches und unbekanntes Gefühl. Die chronische schlechte Laune ist mit besserer Laune zurück.

12.03.2007 Tim