Tonträger

Tracklist

1. Sowing Season
2. Millstone
3. Jesus Christ
4. Degausser
5. Limousine
6. You Won't Know
7. Welcome To Bangkok
8. Not The Sun
9. Luca
10. Untitled
11. The Archers Bows Have Broken
12. Handcuffs

 

BRAND NEW

The Devil and God Are Raging Inside Me

VÖ: 19.01.2007
Label:
Universal
Web:
www.fightoffyourdemons.com

Haben Brand New nicht einmal so etwas wie Punkrock gespielt? Ich denke, dass ich mir diese Frage bereits in Bezug auf den Vorgänger „Déjà Entendu“ gestellt habe und nicht wirklich eine Antwort darauf fand. Zumindest konnte ich auf jenem Album nicht viel bis gar nichts von einem flotten Songwriting und einem druckvollen Sound entdecken, und wenn man sich das aktuelle Werk „The Devil And God Are Raging Inside Me“ zu Gemüte führt, bleibt festzustellen, dass weiterhin große Fragezeichen um einen herum schwirren.

Die Vorzeichen standen in Anbetracht dieser Veröffentlichung auf Pech. Ließ das Quintett im Studio die Köpfe wie gehabt intensiv rauchen, so befleißigten sich Hacker illegaler Weise der entstandenen Demo-Aufnahmen und pinselten sich damit fleißig den Bauch. Brand New machten kurzerhand Tabula Rasa und begannen mit dem Songwriting komplett von vorne – genauer gesagt fast komplett, denn mit „Sowing Season“ und „Luca“ wurden trotz des Diebstahls zwei Songs übernommen.

Insgesamt zwölf Songs machen auf „The Devil And God Are Raging Inside Me“ die Runde und dokumentieren ein weiteres Mal die Wandlungsfähigkeit der Band. In 55 Minuten zeigen sich Brand New von einer düsteren und stark melancholischen Seite, man könnte fast meinen, es wäre ihnen fast unangenehm, die Songs vorzutragen. Man stelle sich einen kleinen Jungen vor, der schüchtern vor dem Weihnachtsmann steht und ein Gedicht vortragen soll. Dabei gibt es eigentlich keinen Grund für die Zurückhaltung, immerhin ist der Vierer aus Long Island längst ein echter Geheimtipp.

Die Erwartungen an dieses Major-Debüt – „Déjà Entendu“ kam zum Teil noch via Epitaph Records in die Plattenläden – sind hoch. Enttäuscht wird man sicherlich nicht, wenn man auf schleppende und depressive Rockmusik abfährt. Positive Stimmungen kommen nur äußerst selten zum Tragen, vielmehr entfaltet sich im Zusammenspiel lauterer und leiserer Passagen ein starkes Gefühl der Verzweiflung. Songs wie „Sowing Season“ und das über sieben Minuten lange „Welcome To Bangkok“ provozieren diverse Seufzer. Gute Laune findet eindeutig auf einem anderen Album statt. Regentage, zerbrochene Beziehungen und schlechte Nachrichten finden im „The Devil And God Are Raging Inside Me“ den passenden Soundtrack. Wenn allerdings in vielerlei Hinsicht die Sonne schneit, kann man auf diese Art der Musik gerne verzichten – eben eine klassische Gefühlsfrage.

 

12.03.2007 Jack