Tonträger

Tracklist

01. Gravity
02. Cover Me With Tears
03. I Was Born
04. Slumberville
05. Monkey Baby
06. Nothing
07. Junkie To Your Love
08. Hiding From The Light
09. Raindrops
10. Kill The Calm
11. First Day
12. 10 June 2006 

 

SNITCH

Snitch

VÖ: 03.02.2007
Label:
Leech Records
Web: www.snitch.ch

Getrost als fürstlich lässt sich die Aufmachung des neuen Longplayers des Schweizer Dreigespanns bezeichnen, denn das Dutzend Songs wird in einem gepflegten Digipack inklusive güldenem Aufdruck präsentiert. Optisch macht dieses Teil somit eine Menge her, doch wie steht es mit dem Inhalt?

In punkto Titel gibt man sich äußerst spartanisch, belassen des Snitch schlichtweg bei einer Selbstbetitelung dieses Werkes – ganz nach dem Motto „Wo Snitch draufsteht, ist auch Snitch drin“. Und eine zusätzliche Werbung in Form anbiedernder Worte auf dem Cover ist auch überhaupt nicht von Nöten, denn was die jungen Herren aus dem Nachbarland im Laufe der knapp 40 Minuten abliefern, kann sich auf internationalem Terrain durchaus sehen lassen. Konnte bereits der Vorgänger „Genuine“ – trotz Veröffentlichung auf dem nicht immer für Qualität bürgenden Label Wolverine Records – durchweg begeistern, so lässt sich das Trio auch jetzt nicht von seinem Weg abbringen, indem es uns weiterhin druckvollen Midtempo-Punkrock um die Lauschlappen feuert.

Um die aktuellen Nummern in die richtigen Hände zu geben, suchten Snitch den Produzenten Jens Borgren in den schwedischen Fascination Street Studios in Örebro (übrigens der Heimat von Millencolin und Burning Heart Records) auf. Bekannter Weise wissen die Skandinavier ja, wie man musikalischen Ergüssen einen amtlichen Sound verleiht, und davon profitiert die Alpen-Combo ohne Zweifel. Von klassischen Punkrock-Songs der Marke „Gravity“, „Cover Me With Tears“ oder „Hiding From The Light“ über das locker-flockige „Monkey Baby“ bis hin zu den auskoppelfähigen „Nothing“ und „Kill The Calm“ wird nichts dem Zufall überlassen. Abgesehen von dem Good Charlotte-lastigen „Junkie To Your Love“ und dem akustischen Abschluss „10 June 2006“ leisten sämtliche Songs eine einwandfreie Überzeugungsarbeit wie es einst – und nicht zuletzt dank der ausgewogenen Mischung aus rauem und zeitweise mehrstimmigem Gesangs – die britischen Consumed praktizierten. Mit diesem Album beweisen die Schweizer eindrucksvoll, dass sie keineswegs mit einer permanenten Lethargie in Verbindung gebracht werden müssen. Meine Empfehlung!

08.03.2007 Jack