Interview

NUR GROSSE BANDS NEHMEN EIN AKUSTIK-ALBUM AUF

EMIL BULLS
06.03.3007, Hamburg, Logo

Mittlerweile dürfen wir sie schon als alte Bekannte bezeichnen. Die Emil Bulls in Hamburg ist in den letzten Jahren schon ein gewohnter Anblick geworden, der immer für eine gewaltige Party, meist im Logo, steht. Diesmal ging es aber auf leisen Sohlen durch die Republik, da die Bulls gerade ein Akustikalbum veröffentlicht haben. Das gute Stück wurde in Eigenregie produziert, so dass sich eine Menge Fragen an die frühere Majorband ergaben. Sänger Christ stellte sich bereitwillig allen guten wie auch bösen Fragen.

Ich habe gelesen, dass Ihr jetzt für fast alles wie Merchandise, CD verschicken etc. selber zuständig seid. Wie groß ist der Unterschied zu den Zeiten als Ihr noch einen Vertrag mit Motor-Music hattet? Wie vereinbart Ihr das Engagement für die Band mit euren Jobs?
Chris:
Der Job, den wir im Moment haben, ist immer noch Musik machen. Damit kann man sich noch ganz gut über Wasser halten, so dass wir zum Glück noch nichts nebenbei machen müssen. Also gibt es da keine Kollision.
Der Unterschied zu Majorzeiten und jetzt, Indielabel, oder jetzt für den Moment die Akustikplatte selber zu machen, ist eigentlich der Hauptunterschied nur, dass das Promobudget nicht mehr so hoch ist und unser Video nicht mehr gepusht wird. Das keine Fernsehwerbung für die Platte läuft. Ansonsten hat sich da eigentlich nicht viel geändert. Wir haben einfach das Glück, dass wir durch diese ganze Majorpromotion, die bei den ersten Alben durchgeführt wurde, einen Haufen Fans erspielen und erreichen konnten, die dann einen Zugang zu unserer Musik bekommen haben. Genau diese Fans sind uns treu geblieben, was auch der Grund dafür ist, dass eine Tour ohne große Promotion immer noch funktioniert.

Also müsst Ihr nicht mehr so viel Energie aufwenden, um neue Fans zu erreichen. Trotzdem würde ein größeres Budget, wie bei einem Major, die Fanaquise erleichtern.
Chris:
Das wäre natürlich schon wünschenswert, wenn wir in Zukunft mal wieder mehr Promotion betreiben können, um auch mal neue Fans anzusprechen. Also nicht nur die, die uns bereits seit Jahren kennen und treu sind, sondern auch die, die uns bisher noch nicht kennen. Trotzdem merkt man, dass viele Leute, die uns gut finden, dann in ihrem Freundeskreis ein bisschen Werbung machen und sie auf Konzerte mitschleifen. Diese Mundpropaganda ist bei uns ein schleichender Prozess, der uns langsam, aber stetig neue Fans beschert.

Wie ist das Gefühl das Geschehen jetzt wieder ein bisschen mehr zu kontrollieren und zu beeinflussen?
Chris:
Das ist natürlich eine sehr interessante Erfahrung. Wir mussten uns diesmal auch Gedanken machen, wie wir das Album am günstigsten produzieren können, da es komplett in Eigenregie erstellt werden sollte und wir natürlich nicht über ein derart großes Budget verfügen wie bspw. eine Major wie Universal Music.
Daher haben wir uns zusammengehockt und haben überlegt, welche Magazine haben früher unsere Alben rezensiert und in welchen hat eine Rezension überhaupt Sinn. Zum Schluss blieben ungefähr 40 Magazine über, die dann selbständig bemustert wurden. Diesmal haben wir also den Job des Promoters übernommen. Interviews anbieten, CDs verschicken, ständig nachfragen usw.

Diese Auswahl hat euch auch vor immensen Streuverlusten bewahrt.
Chris:
Natürlich. Es ist mir auch völlig egal, ob im Playboy oder der Coupé eine Plattenkritik von uns zu finden ist. Das war halt früher mal so, aber das interessiert eh keine Sau, ob da ein Album besprochen wird. Vielleicht werden ein oder zwei Leute über die Kritik stolpern, aber das war es auch.
Aber sonst sind wir sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Es wird wohl auch die erste Platte werden, von der wir mal einen Pfennig sehen. Wir haben das selbst finanziert und streichen somit auch den größten Teil des Gewinns ein. Es wird natürlich kein großer Haufen an Kohle sein, aber mehr als zu Majorzeiten.

Wie sähe eure Entscheidung bei einem erneuten MajorDeal aus? Würdet Ihr etwas im Vergleich zu früher ändern?
Chris:
Die Frage ist, ob man so einen Vertrag zu heutigen Konditionen überhaupt noch mal unterschreiben würde. Als wir 2000 unseren Majordeal unterzeichnet haben, waren die Verträge noch sehr gut. Wir waren eine der letzten deutschen Newcomerbands, die noch einen derart guten Vertrag bekommen haben. Wenn ich heute Bands treffe, die bei Majors unter Vertrag sind, muss ich sagen, dass deren Verträge unglaublich schlecht sind. Von dem Merchverkauf oder den Konzerttickets, wovon Bands im Endeffekt leben, muss ein prozentualer Teil an die Majorfirmen abgetreten werden. Vorschüsse gibt es eh kaum noch. Nur, dass eine Plattenfirma jetzt das Album finanziert, was im Nachhinein sowieso wieder zurückbezahlt werden muss, ist kein Grund so einen Vertrag zu unterschreiben.
Klar, ein Major hat immer den Vorteil, dass sie die Kontakte zu den großen Medien wie MTV oder VIVA besitzen und der Promoapparat wesentlich größer ist.
Aber wenn man sich da ein wenig auskennt und richtig ansetzt, so wie wir es jetzt mit dem Akustik-Album gemacht haben, passt das schon ganz gut. Ich bin auch saufroh, dass wir alles selbst machen, da dieses Album in den Produktionskosten natürlich weitaus billiger war und ich mich ärgern würde, wenn ich jetzt noch etwas von den Erlösen abgeben sollte.
Auch sind wir in der glücklichen Position im Moment frei zu sein, so dass wir dieses Album selbst auf die Beine stellen konnten. Wenn es alles gut läuft, könnte es auch durchaus möglich sein, dass das nächste Studioalbum ebenfalls in Eigenregie produziert wird.

Habt Ihr eine Vorstellung, warum es derzeit kaum deutsche Rockbands gibt, ausgenommen von den nicht brauchbaren Teeniebands, die von den großen Plattenfirmen gesignt werden?
Chris:
Das weiß ich leider auch nicht genau. Wenn Du eine englischsprachige deutsche Rockband in Deutschland aufbauen willst, dann ist das wahnsinnig schwierig. Die einzige englischsprachige Rockband, die auch noch gut verkauft, sind eindeutig die Beatsteaks in Deutschland. Aber die Jungs haben sich auch über Jahre hinweg stetig nach oben gearbeitet und wurden nicht urplötzlich an die Spitze katapultiert.
Wären die Jungs heute eine Newcomerband, dann wäre es für die Plattenfirma auch nicht so einfach, weil in Deutschland nur begrenzt Leute wohnen, die auch noch alternative Musik wie Rock hören. Es lohnt sich für die meisten Majors einfach nicht, englischsprachige deutsche Rockbands zu signen. Die verkaufen, wenn es gut läuft 10.000 Alben und sind somit nicht tragbar für eine Plattenfirma. In den USA dagegen würden Days In Grief bspw. 50.000 Alben verkaufen und nicht nur so wenige wie in Deutschland, weil dort die Dimensionen einfach anders sind. Die Plattenfirmen in den USA wissen, wenn es schlecht läuft gehen 50.000 Alben über die Verkaufstheke und in Deutschland im schlechtesten Fall 1.000 Alben.
Selbst zu unserer Zeit haben Bands, die ebenfalls einen Majordeal hatten und trotz fetter Promo im Radio und Fernsehen nur 500 Alben verkauft haben. Genau darunter leiden dann auch wiederum die anderen Bands, die deren Verluste mit auffangen müssen.
Auch der derzeitige Trend nur deutschsprachige Bands zu signen hält weiterhin an und verschlechtert somit die Lage noch weiter.
Im Moment nimmt es aber überhand, so dass die Hoffnung besteht, die Situation wird sich in naher Zukunft wieder verbessern, da die Qualität unter dieser Schwemme deutschsprachiger Bands ernorm leidet. Auch hier werden dann viele keine Majordeals mehr bekommen.

Warum hat man euren Vertrag bei Motor nicht verlängert?
Chris:
Es war eine ganz komische Geschichte. Wir waren ursprünglich bei Island, und Island wurde von Universal komplett aufgelöst und in diesem Zuge wurden viele Island-Bands rausgeschmissen. Nur wenige Bands, wie wir oder In Extremo, wurden dann zu Motor Music „übergesiedelt“. Das Problem dabei war, dass die uns gar nicht gesignt haben und wir dort irgendwelchen A&Rs aufgedrückt wurden, die sich eh schon um 10 andere Bands gekümmert haben. Natürlich haben die sich primär um diese Bands gekümmert, die selbst gesignt haben.
Somit kam auch schnell das Gefühl auf, dass wir, die nur mittelmäßige Plattenverkäufe vorzuweisen haben, das fünfte Rad am Wagen waren. Das hat man auch daran gemerkt, als es keine Möglichkeit mehr zu einer neuen Single oder einem neuen Video gab.
2004 haben wir uns dann im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Wir mussten nichts mehr zurückzahlen.
Selbst wenn wir noch mal ein weiteres Album bei Motor Music aufgenommen hätten, dann wäre zwar das Logo mit auf der Platte gewesen, aber wirkliche Hilfe wäre auch nicht zu erwarten gewesen.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen ein reines Akustik-Album aufzunehmen? Gab es keine Bedenken dieses Album zu veröffentlichen, da bisher fast nur Musikgrößen wie Pearl Jam, Die Ärzte, Nirvana oder Korn Akustikalben auf den Markt gebracht haben, die allesamt über eine gewaltige Fangemeinde verfügen und sich über den Ansatz des Albums kaum Gedanken machen müssen?
Chris:
Stimmt. Normalerweise ist das nur die Idee von ganz großen Bands (Gelächter!).
Ne, wir haben bei vielen Radiostationen mal einen kurzen Akustikgig zum Besten gegeben, weil das jedes Mal der Wunsch der Stationen nach dem Interview war.
Zwar waren die Versionen nicht so ausgefeilt wie auf dem jetzigen Album, aber die Versionen kamen bei den Fans immer sehr gut an, so dass wir sehr häufig gefragt wurden, wo man dieses Songs bekommen könnte.
Dazu kam die Frage, was wir den Fans als Übergang zwischen dem „Southern Comfort“-Album zum nächsten Studioalbum anbieten können. Wenn man in der Zwischenzeit von der Band so gar nichts hört, ist es sehr gefährlich, da wir auch nicht mehr dieses Standing haben, dass sich alle immer an die Emil Bulls erinnern. Somit kam der Gedanke eines Akustikalbums auf.
Mitte letzten Jahres stellte sich dann auch die Frage, wie man dieses Album aufnehmen sollte. Geht man ins Studio oder sollte man es lieber live aufnehmen. Im Juni bot sich eine gute Gelegenheit bei einer 1.200 Jahrfeier in unserer Heimatstadt Pullach. Wir wussten von vornherein, dass die Stimmung bestens sein wird, also haben wir dieses Akustikkonzert einfach mal aufgezeichnet. Wenn es cool wird, können wir es verwenden, wenn nicht, dann geht’s halt noch mal ins Studio.
Aber im Endeffekt waren wir mit den Aufnahmen so zufrieden, dass kaum etwas geändert werden musste.

Auf der Tour habt Ihr immer noch eine Vorband dabei. Nach welchen Kriterien habt Ihr diese ausgesucht?
Chris:
Das wichtigste Kriterium war, dass er allein sein muss, da wir nur acht Sitzplätze im Sprinter haben (lacht!). Nein, wir haben uns auch Jemanden gewünscht, der als Solokünstler mit seiner Gitarre den Abend einläutet. Daher sind wir auf Phil Vetter gekommen, der jetzt als Singer/Songwriter unterwegs ist und auch bestens bei den Fans ankam.
Ab heute haben wir Bosse dabei, den man auch bereits kennt. Der wird ein paar eigene Songs und die seiner Band spielen. Am Ende der Tour wird dann Enik dabei sein, der eher elektronische Musik im Style von Aphex Twin mit Depeche Mode macht.

Und das ganze dann Unplugged?
Chris
: Neee, auf keinen Fall. Er ist eigentlich eher der typische Fußgängerzonenmusiker, der auch eine Stunde nur Bob Dylan-Songs spielen kann. Was er genau bei uns im Vorprogramm machen wird, wissen wir auch noch nicht so genau.

Wie seid Ihr bei der Songauswahl vorgegangen?
Chris:
Das Hauptkriterium war natürlich, ob der Song akustisch überhaupt funktioniert. Ich glaube, wir haben jeden Song, den wir jemals gemacht haben, kurz mal angespielt haben, um zu schauen, ob es Sinn macht. Geht es vom Gesang, von den Gitarren und vom Schlagzeug.
Von den Songs, die funktioniert haben, wurde dann noch mal eine Auswahl der besten Songs getroffen. Man kann jetzt durchaus behaupten, dass alle Tracks, die sich auch dem Akustik-Album befinden einen guten Querschnitt durch alle Alben darstellen.

Das Album „The Life Acoustic“ klingt jetzt aber nicht wirklich so wie es die Leute von bspw. MTV Unplugged gewohnt sind.
Chris:
Wie schon vorhin kurz erwähnt haben wir einfach ein paar Songs getestet und nicht weiter herumprobiert. Da gab es jetzt nicht die Gedanken, dass es vielleicht zu rockig oder zu ruhig wäre.
Wir haben den Vorteil, dass auch die harten Songs in der Unplugged-Schiene funktionieren und man auch merkt, dass es Unplugged einfach geile Popsongs sind, die wir normalerweise nur mit E-Gitarren spielen. Cool finde ich ebenfalls, dass man mal merkt, dass die Emil Bulls nie die klassische Nu-Metal-Band war. Bei Korn bspw. kann so etwas fast nicht funktionieren, da sie kaum über große Melodien oder einen melodischen Gesang verfügen.

Wir habt Ihr euch mit Universal geeinigt, da die Rechte der Songs, die auf den Major-Alben sind, bei Universal liegen?
Chris:
Wir mussten anfragen, ob wir die Songs noch mal neu aufnehmen dürfen, aber die waren da sehr kulant und haben uns für einen geringen Obolus die Rechte an den Songs übertragen. Da muss man ihnen auch danken, dass sie uns im Nachhinein nicht noch ans Bein gepisst und horrende Summen verlangt haben.

Wie reagieren die Fans bisher auf die Akustikshows, und wo liegen die Unterschiede zu einem normalen Konzert?
Chris:
Ja, sehr gut sogar. Eigentlich hatten wir schon fast Schiss vor der Tour. Zum Anfang waren nur 6-8 Daten geplant, aber die Resonanz der Veranstalter dann so groß, dass es jetzt 24 geworden sind.
Im Vorfeld habe ich eigentlich mit 40-50 Besuchern pro Gig gerechnet, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich jetzt so viele Fans für so einen Akustikgig interessieren würden.
Bis jetzt haben wir im Durchschnitt 150 Besucher pro Abend, die steil gehen und richtig feiern. Somit haben wir unsere Fans gut erzogen, da sie nicht nur „auf die Fresse“ wollen, sondern auch mal den ruhigeren Klängen lauschen.
In Kassel war es ein bisschen strange. Die Fans dort hatten das Konzept nicht ganz verstanden und haben gleich angefangen herum zu poggen und zu schlagen. Es war schon ein bisschen irritierend, da wir dachten, dass die Leute sich vielleicht auch mal hinsetzen, um sich den Gig in Ruhen anzuschauen. Mal schauen, was heute in Hamburg passiert. In Berlin war eher es hippiemäßig, aber sehr nett.
Hamburg ist aber normalerweise immer ein bisschen „auf´s Maul“. Mal schauen, ob die Besucher wieder an der Decke hängen.

Auf eurer Homepage steht, dass Ihr bereits Alben nachpressen lassen musstet. Habt Ihr mit den Absatz in der kurzen Zeit nicht gerechnet und wie sehen die Verkaufszahlen bisher aus?
Chris:
Bis jetzt wurden Erwartungen übertroffen. Eigentlich dachten wir, wie bei der Tour halt auch, dass es eher ein Geschenk an den Fan sein soll, um die Zeit bis zum nächsten Album zu überbrücken, und damit die sie unserer Gästebuch ein bisschen weniger terrorisieren.
Wenn man so ein Album selbst produziert, dann lässt man natürlich nicht so viele Alben pressen, um nicht später auf den restlichen 80 % sitzen zu bleiben. So ging es unserer damaligen Plattenfirma, die von „Angel Delivery Service“ und „Porcelaine“ noch tausende im Keller lagern (lacht!). Die könnten sie uns eigentlich auch mal schenken, bevor es ein Hochwasser gibt und sie kaputt gehen.
Von „The Life Acoustic“ haben wir 2.000 Alben pressen lassen, aber der Vertrieb hat sofort nachgeordert, so dass wir jetzt noch mal 2.000 Stück in Auftrag gegeben haben. So wie es aussieht werden wir die auch alle los. Bei 6.000 Stück wären das dann ein Gewinn von? Wir brauchen einen Taschenrechner!
Nein, wenn man sieht, was andere Bands mit einem Major im Rücken verkaufen, sind die Verkaufszahlen bis jetzt schon sehr, sehr gut.

Wie seid Ihr an den Instrumentencheck für Galileo geraten? Sind Instrumente von Aldi empfehlenswert?
Chris:
Das hat einer der Mitarbeiter, der für das Licht oder die Kamera zu ständig ist und großer Emil Bulls-Fan ist, angeleiert. Der hat uns da vorgeschlagen. Erst waren die Killer Pilze im Gespräch, aber er hat dann Einspruch erhoben und uns vorgeschlagen.
Somit waren wir endlich mal wieder im Fernsehen, was natürlich für die Promotion ganz gut ist, aber besonders spannend war es natürlich nicht.

Hat man euch für einen Auftritt beim Bundes Vision Song Contest angesprochen? Wer war noch für Bayern so erfolgreich im Rennen?
Chris
: Ne, kommt glaube ich auch gar nicht in Frage, da man da doch deutsch singen muss, oder? Slut waren mal als englischsprachige Band dabei, mussten aber eine Strophe auf Deutsch singen.
Ne, man hat uns nicht gefragt und wir uns auch nicht beworben. Selbst, wenn man mich fragen würde, wäre ich nicht bereit so etwas zu machen. Das sage ich jetzt. Wahrscheinlich kommt nächstes Jahr die Anfrage und wir stehen dann doch auf der Bühne.
Ich finde diesen Contest wahnsinnig schwierig, da ich glaube, dass man sich dadurch unglaublich viel kaputt machen kann. Klar, für Band, die jetzt die Gewinner sind, oder die ersten drei wie dieses Jahr Oomph!, Jan Delay und Kim Frank, ist es sinnvoll.
Im Jahr davor waren es Seeed, aber die haben auch schon ein gewisses Standing. Alle anderen Bands werden in diesem einen Monat gepusht. Sei es im Radio oder im Fernsehen. Sie dürfen ein Mal bei TV Total auftreten. Das war es dann aber auch.
Ich glaube einfach, das Hauptproblem für viele Bands ist, dass die Zuschauer von Stefan Raab sich immer nur die Gewinner bzw. die ersten drei in Erinnerung behalten, die sie eh schon vorher kannten. Alle anderen sind immer die Verlierer, da sie einfach nach dem Contest abgewertet werden, weil sie nur auf Rang 13 waren, was aber überhaupt nichts über die Band aussagt. Kennt man noch die Bands, die letztes Jahr nicht in den Top3 waren?
Außerdem steht der Gewinner, wenn Schwergewichte wie Seeed mitmachen, bereits im Vorfeld fest.

Wie sieht die weitere Planung nach der „The Life Acoustic“-Tour aus? Festivals, Studioalbum?
Chris:
Festivals wären toll, aber da wir im Moment kein neues Studioalbum am Start haben, werden wir kaum eine Chance haben die großen Festivals der Republik zu spielen. Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir jedes Wochenende auf einem Festival spielen werden, auch wenn es nicht die ganz Großen sein werden.
Im Herbst wollen wir schnellstmöglich wieder ins Studio gehen, um das neue Album einzuspielen, da wir bereits schon neue Sachen ausgearbeitet haben, aber es ist auch möglich, dass nach dieser Tour noch ein paar Folgegigs kommen werden. Vielleicht fragen auch ein paar Festivals speziell für einen Akustigig an. Wir sind gespannt, was da kommt.

Dann wünschen wir viel Erfolg und sagen Danke.

INTERVIEW: Tim

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